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Klimawandel: Reaktionsträge Schelfmeere

Foto zeigt metallisch wirkendes Meer mit Eisschollen unter wolkenverhangenem Himmel

Hohe Konzentrationen des Treibhausgases Methan im Nordpolarmeer vor Sibirien sind nicht unbedingt eine Folge des derzeitigen Klimawandels. Zu diesem Schluss kommen deutsche, russische und kanadische Forscher. Ihrer Ansicht nach geht die jüngst beobachtete Übersättigung des Meerwassers mit Methan eher auf die schlagartige Erwärmung des Untergrunds gegen Ende der letzten Eiszeit zurück.

Methanfahnen im Polarmeer beobachtet

Grafik zeigt Sonarbild der Gasfahnen als rote, grün geränderte Zacken vor schwarzblauem Hintergrund

Am Meeresgrund lagern große Vorräte des Treibhausgases Methan, die bei einer Erwärmung des Meerwassers instabil werden. Die möglichen Folgen dieses Prozesses haben englische und deutsche Wissenschaftler vor Spitzbergen studieren können. In einem kleinen Meeresgebiet zählten sie mehr als 250 Fahnen von Gasbläschen, die vom Meeresgrund aufstiegen.

Feuchtgebiete beschleunigten Ende der Eiszeit

Foto zeigt drei Männer, zwei mit Kettensägen, in einer rechteckigen Grube im Eis stehend

Indem die Weiten Nordsibiriens und Kanadas auftauen, könnte der globale Klimawandel zusätzlich an Schwung gewinnen. Diese Ansicht stützen Untersuchungen einer internationalen Forschergruppe auf Grönland. Ein jäher Temperaturanstieg gegen Ende der letzten Eiszeit scheint demnach durch Methan aus Feuchtgebieten verstärkt worden zu sein.

Permafrost in Aufruhr

Mikroskopaufnahme zeigt helle und dunkle Kügelchen in einer Art Schleimmasse

Die Permafrostböden der Erde könnten stärker auf steigende Temperaturen reagieren als gemeinhin angenommen. Forscher aus Potsdam und Hamburg haben ermittelt, dass sich mit der Temperatur die Zusammensetzung der Mikroflora im Boden ändert – einschließlich der Produzenten des Treibhausgases Methan.

Mehr Methan aus Permafrostböden

Foto zeigt grasbewachsene Senke mit ebenem Boden, umgeben von mit Birken bestandenen Wällen, im Vordergrund mit Flechten bewachsene Steine

Die sibirischen Permafrostböden könnten stärker zur Klimaerwärmung beitragen als bislang vermutet. Zu diesem Schluss kommen deutsche und russische Bodenkundler nach Messungen vor Ort. Indem das humusreiche Erdreich tiefer auftaut, könnte vor allem aus instabil gewordenen Mooren reichlich zusätzliches Methan freigesetzt werden.

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