Plastik gefährdet Meeresschildkröten
17. März 2009 18:37 Drucken
Für meterlange Schildkröten sind schlichte Plastiktüten eine ernsthafte Gefahr, belegt eine Untersuchung kanadischer Meeresbiologen. Bei der Durchsicht von mehreren Hundert Nekropsieberichten fanden sie, dass mehr als ein Drittel der Tiere Plastikabfall verschluckt hatte.
Lederschildkröten können mehr als zwei Meter lang werden, hier ein Modell im Meeresmuseum Stralsund. Foto: Klugschnacker via Wikimedia.org (Creative Commons Share Alike 2.5)
Lederschildkröten halten im Wasser treibende Plastiktüten möglicherweise für Quallen und andere Beutetiere, erläutert Michael James von der Dalhousie University in Halifax. Und da Schlund und Speiseröhre der Tiere mit Tausenden feiner “Widerhaken” gespickt seien, könnten sie das verschluckte Material nicht einfach wieder hervorwürgen.
Um mehr über die Bedeutung des Problems zu erfahren, analysierten James und zwei Kollegen Berichte über Nekropsien, die in den Jahren 1885 bis 2007 an 408 Lederschildkröten (Dermochelys coriacea) durchgeführt worden waren. In 34 Prozent aller Fälle wurde das Vorhandensein von Kunststoffteilen im Verdauungstrakt der Tiere festgestellt, im Zeitraum 1968 bis 2007 lag der Anteil sogar bei 37 Prozent.
Da sich Plastikabfall kaum zersetze, könne er den Magen-Darm-Trakt der Tiere dauerhaft und zumindest teilweise blockieren, so James weiter. Entkräftung und schlimmstenfalls der Hungertod könnten die Folge sein. “Das Verschlucken von Plastik führt nicht immer zum Tod, bringt aber klare gesundheitliche Risiken mit sich.”
Forschung: Nicholas Mrosovsky, Department of Ecology and Evolutionary Biology, University of Toronto; Geraldine D. Ryan, Department of Environmental Biology, University of Guelph; Michael C. James, Department of Biology, Dalhousie University, Halifax
Veröffentlichung Marine Pollution Bulletin, Vol. 58(2), pp 278-9, DOI 10.1016/j.marpolbul.2008.10.018
WWW:
Department of Biology, Dalhousie University
Nova Scotia Leatherback Turtle Working Group
Leatherback Turtle
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