Posted in: Tierwelt 20. August 2014 17:24 Weiter lesen →

Viel Arbeitskraft für Drohnen

Nahaufnahme zeigt viele Bienen, Arbeiterinnen und etwas größere Drohnen, auf einer Wabe Honigbienen haben eine gute Vorstellung davon, wie stark ihr Volk ist. Entsprechende Resultate liefern Untersuchungen amerikanischer Bienenforscher. Erst wenn die Zahl der Arbeiterinnen einen kritischen Wert erreicht hat, beginnen die Tiere demnach mit der Aufzucht von Drohnen – männlichen Bienen, die nur für die Befruchtung einer Königin taugen, ansonsten aber durchgefüttert werden müssen.

Die Drohnen der Honigbiene sind etwas kräftiger gebaut als die Arbeiterinnen. Foto: Waugsberg via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution Share-Alike 3.0 Unported)

„Wir schätzen, dass ein Bienenvolk rund 4.000 Arbeiterinnen umfassen muss, damit es in eine Drohnenwabe investiert“, erläutert Michael Smith von der Cornell-Universität im US-Bundesstaat New York. Weitere Faktoren schienen hingegen keine Rolle zu spielen, berichten der Forscher und seine Kollegen im Fachblatt „Naturwissenschaften“.

Ein neu gegründetes Bienenvolk kümmert sich zunächst um sein Wachstum und Überleben, bevor es Ressourcen in die Aufzucht von Männchen steckt. Diese Drohnen gehen aus unbefruchteten Eiern hervor, verrichten im Stock keine Arbeit und müssen von den weiblichen Arbeiterinnen mit Nahrung versorgt werden. Ihre einzige Funktion ist es, eine jungfräuliche Königin während des Hochzeitsflugs zu begatten. Falls sie nicht schon bei dieser Gelegenheit sterben, werden sie später bei der „Drohnenschlacht“ aus dem Stock verstoßen.

Smith und Kollegen gingen der Frage nach, an welchen Indikatoren die Arbeiterinnen den Zeitpunkt für die Reproduktion erkennen. Die Forscher manipulierten bei ihren Bienenvölkern verschiedene Parameter wie die Zahl der Arbeiterinnen, die Gesamtwabenfläche, die Larvenzahl und das Volumen der Honigvorräte. Zu ihrer Verblüffung begannen die Tiere stets ab der gleichen Arbeiterinnenzahl mit dem Bau von Drohnenwaben – Waben mit etwas größeren Zellen für die vergleichsweise kräftig gebauten Drohnen.

„Völker mit mehr Arbeiterinnen legten einen größeren Anteil von Drohnenwaben an“, so Smith weiter, „solche mit mehr Wabenfläche, mehr Brut oder mehr Honig taten das hingegen nicht.“

Smith hatte erst kürzlich für Aufsehen gesorgt, als er im Selbstversuch die Körperstellen für besonders schmerzhafte Bienenstiche ermittelte. An Nasenlöchern, Oberlippe und Penis schmerzen Stiche demnach am stärksten, während Kopf, mittlere Zehe und Oberarm vergleichsweise unempfindlich sind.

Forschung: Michael L. Smith, Madeleine M. Ostwald, J. Carter Loftus und Thomas D. Seeley, Department of Neurobiology and Behavior, Cornell University, Ithaca

Veröffentlichung Naturwissenschaften, DOI 10.1007/s00114-014-1215-x, und Peer Journal, DOI 10.7717/peerj.338

WWW:
Neurobiology and Behavior, Cornell University
Homepage Michael Smith
Jahreszeitlicher Rhythmus im Bienenvolk
Drohnenwabe

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