Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 26. Februar 2014 19:30 Weiter lesen →

Neue Spezies: 186 auf einen Streich

Makroaufnahme zeigt schlanke Mini-Wespe mit kurzem Hinterleib Wo das Leben blüht, da können sich auch ungeliebte Nutznießer bestens entwickeln. Entsprechende Belege liefert die Untersuchung von Raupen aus einem kleinen Naturschutzgebiet in Costa Rica. Indem sie die Schmarotzerlarven untersuchten, die aus den Raupen hervorkamen, konnten kanadische und amerikanische Biologen auf einen Schlag 186 neue Arten von Brackwespen identifizieren.

Apantales albanjimenezi ist eine der neuen Arten. Foto: José Fernández Triana (Creative Commons BY 4.0)

Sämtliche Neulinge gehören einer einzigen Gattung von Brackwespen an, erläutern José Fernández Triana von der Universität im kanadischen Guelph und seine Kollegen im Fachblatt „ZooKeys“. Die meisten von ihnen seien derart spezialisiert, dass sie wiederum nur eine einzige Schmetterlingsart als Wirt befielen. Die Forscher rechnen daher mit einer „schwindelerregenden Zahl neuer Spezies“, sollten künftig noch weitere Gebiete ähnlich effizient untersucht werden.

Fernández Triara und Kollegen griffen für ihre Studie auf Daten aus dem Naturschutzgebiet Guanacaste im Nordwesten Costa Ricas zurück. Das Gebiet ist mit rund 1.200 Quadratkilometern Fläche zwar relativ klein, umfasst jedoch von Mangrovenwäldern über bewaldete Vulkanhänge bis hin zu Tieflandregenwäldern eine Vielzahl unterschiedlicher Lebensräume. Seit über 30 Jahren werden dort Schmetterlingsraupen von ihren Futterpflanzen gesammelt und im Labor gehalten, um mehr über die Insektenvielfalt in dem Gebiet zu erfahren.

Foto zeigt seidenweiße Kokons unter ausgelaugt wirkender, bräunlicher Raupe auf grünem Blatt Kokons von Apantales manuelpereirai unter den Überresten der befallenen Raupe. Foto: José Fernández Triana (Creative Commons BY 4.0)

Die Forscher analysierten nun die verfügbaren Beschreibungen, Bilder und DNA-Daten zu Brackwespenlarven, die aus mehr als 3.000 der gesammelten Raupen hervorgekrochen waren und dann die Verwandlung zum geschlechtsreifen Insekt vollzogen hatten. Als Resultat konnten sie 186 neue Spezies in der Gattung Apanteles beschreiben – die meisten davon sind nach Projektmitarbeitern vor Ort benannt. In Costa Rica selbst waren bislang nur 3 Spezies dieser Gattung bekannt, und auch ihre Artenzahl in der Neuen Welt insgesamt wird durch die jüngsten Resultate mehr als verdoppelt.

Forschung: José L. Fernández Triana und Paul D. N. Hebert, Department of Integrative Biology und Biodiversity Institute of Ontario, University of Guelph; Daniel H. Janzen und Winnie D. Hallwachs, Department of Biology, University of Pennsylvania, Philadelphia; und andere

Veröffentlichung ZooKeys 383: 1–565, DOI 10.3897/zookeys.383.6418

WWW:
Hebert Lab, University of Guelph
Área de Conservación Guanacaste
Braconidae
Parasitoide

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1 Kommentar zu "Neue Spezies: 186 auf einen Streich"

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  1. Wolfram sagt:

    Solch spezialisierten neuen Spezies werden in Zukunft noch öfter entdeckt werden. Gerade die neuen Umweltbedingungen zwingen die Tiere sich anzupassen.