Posted in: Pflanzenwelt 8. Januar 2014 19:49 Weiter lesen →

Wohltemperierte Riesen

Foto zeigt Blick entlang der furchigen Rinde eines Mammutbaums gen Baumkrone Die größten Bäume der Erde haben sich in einer erstaunlich kleinen Nische eingerichtet. Das hat ein finnischer Forscher ermittelt. Seiner Analyse zufolge, wachsen die höchsten Exemplare ausschließlich in Gebieten mit sehr gleichmäßigen Temperaturen, wie sie für lediglich 2 Prozent der irdischen Landoberfläche typisch sind.

Foto: PeteBobb via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

„Es ist verblüffend, wie wenig wir über die Ursachen für die verschiedenen Baumhöhen auf unserem Globus wissen“, so Markku Larjavaara von der Universität Helsinki. Offenbar komme der Temperatur jedoch eine wichtige Rolle zu. Dieses Resultat sei umso bedeutsamer angesichts des Klimawandels und des Umstands, das in Wäldern mit besonders hohen Bäumen auch besonders viel Kohlenstoff gespeichert sei, schreibt der Forstwissenschaftler im Fachblatt „New Phytologist“.

Ausgangspunkt für die neue Studie war eine kürzlich veröffentlichte Liste der höchsten Baumarten. Larjavaara konzentrierte sich auf jene 9 Spezies von dieser Liste, bei denen Individuen mit 90 Meter und mehr bekannt sind. Der Forscher fand im Internet Angaben zu den Wuchsorten von 48 bekannten Exemplaren und kombinierte sie mit Daten zum örtlichen Klima.

Es zeigte sich, dass sämtliche Riesen – darunter bis zu 115 Meter hohe Vertreter von Douglasie, Küstenmammutbaum und Riesen-Eukalyptus – in Gebieten mit ähnlichen Temperaturbedingungen gedeihen: Im Jahresmittel liegen die Temperaturen zwischen 7,0 und 15,4 Grad Celsius, während sich wärmster und kältester Monat um höchstens 20 Grad unterscheiden.

Die so ermittelte „Komfortzone“ für Baumriesen deckt nur einen Bruchteil der Landoberfläche ab. Allerdings wird sie nicht völlig ausgefüllt: So stehen die höchsten bekannten Bäume im Süden Australiens und im Westen Nordamerikas, während beispielsweise große Teile Westeuropas ebenfalls günstige Temperaturverhältnisse bieten sollten. Faktoren wie Boden, Winddruck und die Vielfalt konkurrierender Baumarten seien also nicht zu vernachlässigen, folgert Larjavaara.

Forschung: Markku Larjavaara, Department of Forest Sciences, Viikki Tropical Resources Institute, University of Helsinki

Veröffentlichung New Phytologist, DOI 10.1111/nph.12656

WWW:
Viikki Tropical Resources Institute, Universität Helsinki
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