Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 24. Juli 2013 14:00 Weiter lesen →

Schneller Schwund bei Schmetterlingen

Europaweit geht die Zahl der auf Wiesen lebenden Schmetterlinge deutlich zurück. Bei manchen Arten hat sich der Bestand innerhalb von rund 10 Jahren halbiert. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Europäischen Umweltagentur EEA für den Zeitraum 1990 bis 2011.

Insgesamt 17 Schmetterlingsarten wurden im „European Butterfly Grassland Indicator“ näher untersucht. Dieser Indikator basiert auf Informationen aus den nationalen Schmetterlingsmonitoring-Netzwerken in 19 Ländern Europas. Von den 17 untersuchten Arten sind acht in Europa zurückgegangen. Seltener zu Gesicht bekommt man demnach den Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion), das Kleine Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus), den Mauerfuchs (Lasiommata megera), den Kleinen Feuerfalter (Lycaena phlaeas), den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling (Phengaris nausithous), das Große Ochsenauge ( Maniola jurtina), den Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus) sowie den Kronwicken-Dickkopffalter (Erynnis tages).

Polyommatus-icarus_UFZ_300 Auf europäischen Wiesen heimisch: der Hauhechel-Bläuling. Foto: Erk Dallmeyer / Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung – UFZ

Lediglich bei zwei Arten; dem Aurorafalter (Anthocharis cardamines) und dem Himmelblauen Bläuling (Polyommatus bellargus), sind die Populationen stabil geblieben. Beim Roten Würfel-Dickkopffalter (Spialia sertorius) konnte als einzige Art eine Zunahme beobachtet werden. Für die übrigen sechs Arten war kein eindeutiger Trend zu erkennen.

Der Artenrückgang sei besorgniserregend, weil die untersuchten Schmetterlinge als repräsentative Indikatoren anzusehen seien, schreibt die EEA. Die Schmetterlinge würden Trends für die meisten anderen Insektenarten aufzeigen und lieferten damit Hinweise auf den Zustand der Biodiversität und der Gesundheit der Ökosysteme.

„Generell schrumpfen auch die Wiesen in Europa“, sagt Hans Bruyninckx, Direktor der EEA. „Wenn wir es nicht schaffen, diese Lebensräume zu erhalten, könnten wir viele dieser Arten für immer verlieren. Wir müssen uns der Bedeutung von Schmetterlingen und anderer Insekten bewusst werden, denn deren Populationen sind entscheidend für natürliche Ökosysteme und auch für die Landwirtschaft.“

Zwei Trends hat die Umweltagentur als verantwortlich ausgemacht: Zum einen werde die Landwirtschaft dort intensiviert, wo das Land flach und leicht zu bewirtschaften sei. Zum anderen seien große Flächen an Wiesen in gebirgigen und feuchten Regionen stillgelegt worden – hauptsächlich in Ost- und Südeuropa. Entsprechende Wiesen überwucherten schnell und würden durch Büsche und Wäldchen ersetzt. Beides führe zum Rückgang an Lebensräumen für Schmetterlingsarten, die auf Wiesen lebten.

Die Intensivierung der Landwirtschaft führe zu einheitlichen Grünflächen, die nahezu steril für die Artenvielfalt seien. Dazu komme, dass Schmetterlinge sehr empfindlich auf Pestizide reagierten, die intensiv in solchen Agrarsystemen eingesetzt würden.

WWW:
The European Grassland Butterfly Indicator: 1990…-2011
Tagfalter-Monitoring

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Schmetterlinge im Süden Europas am stärksten bedroht

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1 Kommentar zu "Schneller Schwund bei Schmetterlingen"

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  1. Mirwais sagt:

    Soweit ich weiß, hat die Bundesregierung ein Wächteramt inne, wenn es um den Artenschutz in Flora oder Fauna geht. So darf bspw. niemand auf sein Grundstück, ohne eine behördliche Genehmigung, ein Baum fällen. Ich nehme an, dass es dafür entsprechende Gesetzte existieren (bspw. Tierschutzgesetz etc.).

    Umso mehr verstehe ich nicht, warum es dann rechtens ist, wenn komplette Landflächen für die Landwirtschaft oder Forstwirtschaft, auf Kosten dieser bedrohten Schmetterlings-Arten, umgestaltet wurden.

    Dazu fällt mir eine kleine persische Fabel ein: Jemand fragte ein Reh, wovon er sich am meisten fürchtet? Von einem Jäger oder von einem Geschäftsmann? Der Reh antwortete: „Natürlich von dem Zweiten! Denn der Jäger wird nur mich töten, aber der Geschäftsmann vernichtet den kompletten Wald, er vernichtet meine ganze Art und zerstört uns allen Tieren unser Lebensraum!“