Posted in: Atmosphäre, Klima 13. Juni 2013 07:00 Weiter lesen →

Antarktis: Ozonloch wird kleiner

Die Ozonschicht über der Antarktis erholt sich. Die Ozonwerte innerhalb des Ozonlochs sind 2012 zum wiederholten Male deutlich über den niedrigen Rekordwerten aus dem Zeitraum 2000 bis 2009 geblieben. Das ergaben Messungen über der deutschen Antarktis-Forschungsstation.

Nach dem antarktischen Winter des Jahres 2006 erstreckte sich das Ozonloch noch über eine Rekordfläche von rund 27 Millionen Quadratkilometer. Im zurückliegenden Jahr betrug seine Ausbreitung nur noch rund 18 Millionen Quadratkilometer – immerhin noch eine Fläche rund 50 Mal so groß wie die Bundesrepublik Deutschland. Über der Neumayer-Station III verzeichneten die Forscher vom Alfred-Wegener-Institut während der Ozonlochzeit des Jahres 2012 einen mittleren Ozonpartialdruck von sechs Millipascal. Im Negativrekordjahr 2006 hatte der vergleichbare Wert nur ein Millipascal betragen. Das heißt, das Ozon in 15 Kilometern Höhe war damals nahezu vollständig zerstört.

Neumayer_Ozonsondenstart_300 Thomas Schmidt, Meteorologe des Überwinterungsteams 2012, lässt die Ozonsonde steigen. Foto: Stefan Christmann, Alfred-Wegener-Institut

„Wir können zum ersten Mal davon sprechen, dass unsere Daten eine Umkehr im Ozontrend abbilden“, sagt Gert König-Langlo, Leiter des Meteorologischen Observatoriums an der Forschungsstation; „Anzeichen für einen Heilungsprozess gibt es schon seit drei, vier Jahren. Nachdem aber im Jahr 2002 auf Grundlage hoher Messwerte voreilig das Ende des Ozonlochs vorhergesagt wurde, welches dann nicht eintrat, wollten wir diesmal mit unseren Schlussfolgerungen etwas zurückhaltender sein. Die Daten aus dem vergangenen Jahr aber haben uns nun vollends überzeugt. Das Ozonloch schließt sich.“

Deutsche Forscher führen seit 27 Jahren wöchentlich in der Antarktis Ballonmessungen durch. Dazu lassen die Meteorologen und Luftchemiker einen Heliumballon mit einer Ozonmesssonde vom Dach der Station bis in eine Höhe von rund 35 Kilometer steigen. Die Sonde funkt während ihres Aufstieges die Messwerte an die Station, wo sie erfasst, ausgewertet und in globale Wissenschaftsnetzwerke eingespeist werden. In der Hochsaison des Ozonabbaus – in den drei Monaten nach der Polarnacht – steigt der Ballon sogar dreimal pro Woche auf.

Es handelt sich um die längste Ozon-Messreihe dieser Art an einer Forschungsstation unterhalb des Ozonlochs. „Kurz nach der Entdeckung des Ozonlochs durch britische Wissenschaftler Anfang der Achtziger Jahre, haben damals ostdeutsche Wissenschaftler an der DDR-Antarktis-Forschungsstation ‚Georg Forster’ damit begonnen, die Ozonwerte mit Ballonsonden zu messen. Nach der Wiedervereinigung hat das Alfred-Wegener-Institut diese Daten übernommen. Die Messungen haben wir ebenfalls fortgesetzt“, sagt Gert König-Langlo.

Zu verdanken sind die verbesserten Ozonwerte nach Meinung des Forschers dem weltweiten Verbot der Fluorchlorkohlenwasserstoffe. Dieses war im September 1987 im sogenannten „Montrealer Protokoll“ verabschiedet worden und am 1. Januar 1989 weltweit in Kraft getreten. „Es zahlt sich eben aus, dass wir seit Jahren auf FCKW verzichten und unsere Atmosphäre nicht mehr als Mülleimer benutzen“, sagt Gert König-Langlo.

Forschung: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)

WWW:
Ozone Hole Watch
Forschungsstation Neumayer-Station III

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