Posted in: Meeresforschung, Tierwelt 17. Oktober 2012 01:01 Weiter lesen →

Walhaie machen Aufwärmpausen

Unterwasseraufnahme zeigt Walhai mit Längsrippen und hellen Flecken im tiefblauen, sonnendurchfluteten Wasser Obwohl Fische nicht Luft holen müssen, verbringen sie oft längere Zeit nahe der Wasseroberfläche. Möglicherweise, um etwas Wärme zu tanken, lassen Beobachtungen australischer und amerikanischer Forscher vermuten. Der größte Fisch in den Weltmeeren, der Walhai, hält sich demnach umso länger an der Oberfläche auf, je länger der vorausgehende Tauchgang gedauert hat.

Foto: Shiyam ElkCloner via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported)

Der Zusammenhang zeigt sich nur in Meeresgebieten, in denen das Wasser höchstens 25 Grad Celsius warm ist, fanden die Forscher um Michele Thums von der University of Western Australia. Dieser Umstand spreche ebenfalls für die Annahme, dass die Pausen an der Oberfläche unter anderem zum Aufwärmen dienen, schreibt die Gruppe im Fachblatt „Interface“ der Royal Society.

Walhaie (Rhincodon typus) können mehr als 12 Meter lang werden und in Tiefen von mehr als 1.000 Metern abtauchen. Etwa die Hälfte der Zeit verbringen die Planktonfresser jedoch dicht unter der Wasseroberfläche. Um mehr über die Gründe zu erfahren, befestigten Thums und Kollegen kleine Messinstrumente an den Rückenflossen von vier männlichen Walhaien im Indischen Ozean. Bis zu 88 Tage lang registrierten die Instrumente alle 10 Sekunden die Tauchtiefe, die Wassertemperatur und die Umgebungshelligkeit.

Die Messdaten offenbarten, dass die Haie mal einzelne, sehr tiefe und stundenlange Tauchgänge unternahmen und mal Serien flacher, einige Minuten dauernder Tauchgänge. Unabhängig von diesem Muster stieg mit der Tauchzeit auch die Länge der nachfolgenden Pause an der Oberfläche, ergab die statistische Analyse. Lediglich in mehr als 25 Grad warmem Wasser war die Oberflächenzeit unabhängig von der Tauchzeit. Hier könnte die Pausenlänge vor allem durch den Sättigungsgrad und die Bedrohung durch Fressfeinde bestimmt werden, so die Forscher.

In extrem warmen Meeresgebieten könnten sich Ursache und Wirkung sogar umkehren, spekulieren Thums und Kollegen. Möglicherweise müssten die massigen Fische dort hin und wieder abtauchen, um eine Überhitzung zu vermeiden.

Forschung: Michele Thums und Mark Meekan, School of Environmental Systems Engineering und Oceans Institute, University of Western Australia, Crawley; und andere

Veröffentlichung Journal of the Royal Society Interface, DOI 10.1098/rsif.2012.0477

WWW:
Oceans Institute, University of Western Australia
Whale Shark
Thermoregulation bei Haien
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