Posted in: Meeresforschung, Tierwelt 14. Mai 2012 15:40 Weiter lesen →

Rastlose Riesen

Blick von unten auf einen Manta mit ausgebreiteten "Flügeln", Mundlappen, Kiemenspalten, im tiefblauen Wasser Riesenmantas zählen zu den größten, allerdings auch zu den am schlechtesten erforschten Fischen des Meeres. Etwas Licht in das Leben der auch als Teufelsrochen bekannten Tiere bringt nun eine Studie englischer und mexikanischer Forscher. Die Mantas erwiesen sich dabei als rastlose Wanderer.

Foto: Kaile Tsapis

Riesenmantas (Manta birostris) können es auf eine Spannweite von 7 Metern bringen. Die für Menschen harmlosen Planktonfiltrierer werden in zunehmendem Maße befischt und sind zugleich eine „Vorzeigespezies“ des boomenden Naturtourismus in der Karibik. Umso wichtiger seien die neuen Daten für die Planung von Management- und Schutzstrategien, betont Rachel Graham von der Wildlife Conservation Society und von der University of Exeter.

Graham und Kollegen befestigten kleine Sender, die per Satellit geortet werden konnten, an sechs Riesenmantas im Meer vor der mexikanischen Halbinsel Yucatán. Innerhalb der mittleren Funktionsdauer der Sender von 4 Wochen legten die Rochen eine Strecke von durchschnittlich 370 Kilometer zurück. Im Fall eines 9 Wochen lang arbeitenden Senders kam sogar eine Strecke von über 1.100 Kilometern zusammen, berichten die Forscher im Fachblatt „PLoS ONE“. Ungeachtet der großen Gesamtstrecke entfernten sich die Rochen niemals weiter als 120 Kilometer vom jeweiligen Startpunkt der Aufzeichnung.

Vielmehr blieben die Riesen bei ihrer Suche nach Fischlaich und anderem Zooplankton stets in einem breiten Streifen etwa 20 Kilometer vor der Küste und noch innerhalb mexikanischer Hoheitsgewässer. Dennoch wurde nur ein kleiner Teil ihrer Wanderung durch die verschiedenen Schutzgebiete vor Yucatán abgedeckt, ermittelten Graham und Kollegen. Häufig kreuzten die Rochen sogar die Hauptschifffahrtrouten in der Region.

Forschung: Rachel T. Graham und Lucy A. Hawkes, Wildlife Conservation Society, Punta Gorda, Belize, und Centre for Ecology and Conservation und Environmental and Sustainability Institute, University of Exeter, Penryn; Francisco Remolina, Proyecto Dominó, Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas, Cancun; und andere

Veröffentlichung PLoS ONE 7(5): e36834, DOI 10.1371/journal.pone.0036834

WWW:
Carribean, Wildlife Conservation Society
Comisión Nacional de Áreas Naturales Protegidas
Manta birostris

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