Posted in: Pflanzenwelt, Tierwelt 19. Januar 2012 14:58 Weiter lesen →

1 Jahr, 19.000 neue Arten

Wörterwolke zeigt die Namen verschiedener systematischer Gruppen, die Wortgröße entsprechend dem Anteil neu entdeckter Spezies Die Zahl der bekannten Spezies steigt in raschem Tempo, zeigt eine Erhebung amerikanischer Forscher. Im Jahr 2009 haben hauptberufliche und Hobbyforscher demnach 19.232 neue Arten von Tieren, Pflanzen, Algen, Pilzen und Mikroben beschrieben. Darunter waren 41 neue Säugetiere und 7 neue Vögel als Vertreter der vertrautesten und wohl am besten untersuchten Tiergruppen.

Die Insekten – insbesondere die Käfer – stellen den Löwenanteil der im Jahr 2009 erstmals beschriebenen Spezies (Komplettversion). Grafik: International Institute for Species Exploration, Arizona State University

Die Zahl der bekannten und beschriebenen Spezies liege nunmehr bei 1,94 Millionen, erklärt Quentin Wheeler von der Arizona State University. Dieser Wert entspreche wahrscheinlich aber nur einem Bruchteil der gesamten Artenvielfalt der Erde, so der Forscher. „Es ist durchaus möglich, dass weitere 10 Millionen Pflanzen- und Tierarten der Entdeckung harren.“

Der von Wheeler und seiner Kollegin Sara Pennak erstellte Speziesreport stützt sich auf die Auswertung verschiedener Fachzeitschriften und Datenbanken. Gut die Hälfte, nämlich 9.738, der neuen Spezies sind demnach Insekten, die nächstgrößere Gruppe sind die Pflanzen mit 2.184 neuen Arten. Es folgen Spinnentiere und Pilze mit jeweils rund 1.500 Erstbeschreibungen. Unter den fossilen Arten gab es 1.905 Neuzugänge, darunter 34 längst ausgestorbene Vögel.

Allein im Jahr 2009 seien damit doppelt so viele Arten entdeckt worden, wie zu Zeiten von Carl von Linné, dem Vater der modernen Nomenklatur, vor 250 Jahren insgesamt bekannt gewesen seien, so Wheeler. Jede neue Art helfe, die Evolution und die Funktionsweise der verschiedenen Ökosysteme etwas besser zu verstehen. Das gelte auch angesichts jüngerer Forschungsergebnisse, denen zufolge das derzeitige Artkonzept nur einen geringen Teil der tatsächlichen genetischen Vielfalt abbilden könne – insbesondere bei den Mikroorganismen.

Forschung: Quentin Wheeler und Sara Pennak, International Institute for Species Exploration, Arizona State University, Tempe

WWW:
International Institute for Species Exploration, Arizona State University
Tree of Life Web Project
Biological Classification
Carl von Linné

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