Posted in: Atmosphäre, Tierwelt 14. Juli 2011 13:17 0 Kommentare Weiter lesen →

Pinguine schwimmen der Nase nach

Foto zeigt kleinen schwarz-weiß gezeichneten Pinguin am Meeresstrand Pinguine können riechen, wo es vielversprechende Jagdgründe gibt. Entsprechende Resultate liefern Experimente südafrikanischer Ornithologen. Auf dem Meer treibende Miniatur-Ölfilme locken demnach auffallend viele Brillenpinguine an, wenn sie mit einer Schwefelverbindung aus Planktonalgen aromatisiert sind.

Foto: Paul Mannix via Flickr (Creative Commons Attribution 2.0 Generic)

“Pinguine jagen auf Sicht und setzen ihrer Beute unter Wasser nach”, erläutern die Forscher um Peter Ryan von der Universität Kapstadt. Angesichts der begrenzten Sichtweite im Meer sei die Algensubstanz für die Vögel umso nützlicher, als sie ihnen Hinweise auf das Vorkommen von Fischschwärmen liefere, schreibt die Gruppe im “Journal of Experimental Biology”.

Ryan und Kollegen führten ihre Versuche in der südafrikanischen Algoa Bay durch. Einen halben Kilometer luvwärts zweier Inseln mit Brutkolonien von Brillenpinguinen (Spheniscus demersus) gossen die Forscher etwas Pflanzenöl ins Meer, das sie mit Dimethylsulfid (DMS) versetzt hatten. Die leichtflüchtige Verbindung wird von Planktonalgen produziert und im größeren Maß freigesetzt, wenn das Plankton von kleinen Fischen oder Krebsen abgeweidet wird.

In der Folge tummelten sich bis zu elf Brillenpinguine gleichzeitig in der Nähe der aromatisierten Ölfilme, während es bei Ölfilmen ohne DMS höchstens fünf Tiere waren, beobachteten die Forscher. Über die gesamte Beobachtungsdauer von einer halben Stunde lockten DMS-Ölfilme rund drei Mal so viele Brillenpinguine an. An Land durchgeführte Versuche mit Duftschälchen bestätigten die Vermutung, dass die Vögel die Algensubstanz riechen können.

Lebertran scheint für Brillenpinguine dagegen nicht besonders attraktiv zu sein, fanden Ryan und Kollegen. Wahrscheinlich mache sich hier bemerkbar, dass die entsprechenden Aromastoffe nur von toten oder verletzten Fischen freigesetzt würden, während die Pinguine ihre Beute als Ganzes verschlängen, so die Forscher.

Forschung: Kyran L. B. Wright, Lorien Pichegru und Peter G. Ryan, FitzPatrick Institute of African Ornithology, University of Cape Town, Rondebosch

Veröffentlichung Journal of Experimental Biology, Vol. 214, pp 2509-11, DOI 10.1242/jeb.058230

WWW:
FitzPatrick Institute of African Ornithology
Spheniscus demersus
Gase aus Phytoplankton
Dimethylsulfid – in Trüffeln und Wolken
Avian Brain and Senses

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Vögel mit fettigem Parfum

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