Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 21. Juni 2011 17:47 Weiter lesen →

Neue Mäusespezies: Sieben auf einen Streich

Grafik zeigt kleine Maus mit dunkelbraunem Fell, relativ langem Schwanz und großen Ohren Tropische Gebirgsregionen sind ein Hort der unentdeckten Biodiversität, belegen Entdeckungen amerikanischer und philippinischer Forscher. Binnen weniger Jahre fanden sie auf zwei Inseln der Philippinen gleich sieben neue Spezies von Mäusen. Alle gehören der gleichen Gattung an, die damit auf einen Schlag um 70 Prozent wächst.

Apomys brownorum, eine der neu beschriebenen Arten. Grafik: Velizar Simeonovski, The Field Museum

„Die große Zahl noch unentdeckter Säugerspezies auf den Philippinen ist ganz außergewöhnlich“, erklärt Danilo Balete vom Field Museum in Chicago. Und ein Ende der neuen Artenfunde auf dem Archipel sei noch nicht abzusehen, so der Forscher. „Von allen Ländern beherbergen die Philippinen möglicherweise die größte Konzentration einzigartiger Tierspezies.“

Die sieben Neulinge leben auf der philippinischen Hauptinsel Luzon und auf der vorgelagerten Insel Mindoro, berichten die Forscher um Balete und seinen Kollegen Lawrence Heaney im Fachblatt „Fieldiana“. Alle sind Bewohner bewaldeter Gebirgslagen und kommen unterhalb von 500 Metern eher selten vor, sind dafür aber noch auf den höchsten Bergen Luzons zu finden, in Höhen von beinahe 2.900 Metern.

Die neuen Mäusearten gehören zur Gattung Apomys, von der bislang zehn Spezies auf den Philippinen bekannt waren. Die DNA-Unterschiede zwischen den verschiedenen Arten sprechen nach Ansicht der Forscher für eine Aufspaltung der Gattung in zwei große Linien. Die eine Linie umfasst demnach große Arten, die ausschließlich am Boden nach Samen, Weichtieren und anderer Nahrung suchen, während die andere Linie kleine Arten umfasst, die häufig auf den Bäumen unterwegs sind.

„Diese Tiere sind Teil des reichhaltigen biologischen Erbes der Philippinen“, erklärt Theresa Mundita Lim vom Umweltministerium der Philippinen. „Die Wälder, in denen sie leben, sind wichtige Einzugsgebiete für die Wasserversorgung Manilas und weiterer Städte. Der Schutz der Gebirgswälder kommt ihnen daher ebenso zugute wie uns.“

Forschung: Lawrence R. Heaney und Danilo S. Balete, Field Museum of Natural History, Chicago; Phillip A. Alviola, Museum of Natural History, University of the Philippines, Los Baños; und andere

Veröffentlichung Fieldiana Life and Earth Sciences, No. 2, pp 1-60, DOI 10.3158/2158-5520-2.1.1

WWW:
Field Museum of Natural History
Synopsis of Philippine Mammals
University of the Philippines Las Baños
Apomys

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