Korallen haben zähe Larven

Foto zeigt verschiedene, dicht an dicht wachsende Korallen im lichtdurchfluteten, azurblauen Wasser So eindrucksvoll Korallenriffe sind, so zart wirken die Larven der Korallen. Die Winzlinge verfügen allerdings über erstaunliche Ausdauer, haben zwei australische Meeresbiologen entdeckt. Obgleich sie nur aus zwei Zellschichten bestehen, können manche Larven mehrere Monate lang im Meer treiben und dann immer noch den Grundstock für eine neue Kolonie legen.

Foto: ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies

Dieses Resultat helfe nicht nur, die Verwandtschaftsverhältnisse unter den Korallen verschiedener Riffe zu verstehen, folgern Sean Connolly und Andrew Baird vom Center of Excellence for Coral Reef Studies und der James Cook University in Townsville. Es erhöhe auch die Chancen, dass zumindest einige Korallenspezies mit dem Klimawandel Schritt halten und in kühlere Gewässer ausweichen könnten.

„Korallenlarven sind schlechte Schwimmer und fressen nicht“, erklärt Connolly. „Sie werden von Strömungen durchs Meer getragen und müssen einen Platz zum Niederlassen finden, bevor ihre Reserven aufgebraucht sind.“ In der Wissenschaft und bei der Planung von Schutzgebieten sei man bislang davon ausgegangen, dass sich die Larven einer Korallenspezies in dieser Hinsicht mehr oder weniger einheitlich verhielten.

Um mehr über das Verhalten der Larven zu erfahren, führte Baird eine Reihe von Experimenten mit fünf Arten von Steinkorallen durch. Es zeigte sich, dass ein Teil der Larven schon nach drei Tagen in der Wassersäule bereit war, sich dauerhaft niederzulassen, diese Fähigkeit aber ebenso rasch wieder einbüßte. „Andere Larven aus dem gleichen Versuchsansatz konnten sich dagegen noch 100 Tage nach dem Schlüpfen niederlassen“, so der Forscher.

Als Resultat dieser großen Schwankungsbreite siedeln sich einige Korallenlarven noch in ihrem Geburtsriff an und erhalten so dessen genetische Signatur, während andere erst in weit entfernten Regionen sesshaft werden, bestätigte ein von Connolly und Baird entwickeltes Modell. Auf Basis dieser Daten lassen sich künftige Schutzgebiete für Korallen besser planen, hoffen die Forscher.

Forschung: Sean R. Connolly und Andrew H. Baird, ARC Centre of Excellence for Coral Reef Studies und School of Marine and Tropical Biology, James Cook University, Townsville, Queensland

Veröffentlichung Ecology, Vol. 91(12), pp 3572-83, DOI 10.1890/10-0143.1

WWW:
ARC Center of Excellence for Coral Reef Studies
Coral Reproduction
Cnidaria
Gallery of Larvae

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