Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 24. November 2010 12:54 Weiter lesen →

Seltener Sittich ist einzigartig

Foto zeigt mittelgroßen Papagei mit grünem, schwarz und gelb gesprenkelten Gefieder, aufgerichtet in Heidegestrüpp Ein im Südwesten Australiens lebender Papagei bildet eine eigene Spezies. Zu diesem Schluss kommen australische Forscher nach umfangreichen DNA-Analysen. Demnach dürfte die westliche Population des Erdsittichs seit rund zwei Millionen Jahren keine Gene mit ihren östlichen Verwandten ausgetauscht haben.

Foto: Brent Barrett via Flickr (Creative Commons Attribution Share-Alike 2.0 Generic)

Der Westaustralische Erdsittich sei damit gleichzeitig eine der seltensten Vogelarten der Welt, betont Stephen Murphy von der Australian Wildlife Conservancy. „Der Bestand des Westaustralischen Erdsittichs ist in den letzten zwanzig Jahren rasch zurückgegangen“, so der Forscher. „In freier Wildbahn gibt es heute nur noch 110 Tiere, und die meisten davon leben in einem einzigen Nationalpark.“

Seit der formellen Erstbeschreibung des grün-schwarz gefiederten Erdsittichs (Pezoporus wallicus) zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte Unklarheit über dessen Einheitlichkeit geherrscht. Einige Forscher betrachteten die im Südwesten und die im Südosten des Kontinents lebenden Vertreter als Angehörige zweier Spezies, andere sahen sie lediglich als Unterspezies einer einzigen Art an.

Zur Klärung der verwandtschaftlichen Verhältnisse sequenzierten die Forscher DNA aus bis zu 160 Jahre alten Museumsexemplaren. Der Vergleich eines Genabschnitts aus den Mitochondrien ergab, dass sich die Tiere aus dem Osten um maximal 0,6 Prozent voneinander unterschieden. Zwischen West und Ost fanden sich dagegen bis zu 5,1 Prozent Sequenzunterschiede. Nach Ansicht der Forscher sollte die westliche Population mit ihren gelben Bauch- und Schwanzfedern daher einer eigenen Spezies, Pezoporus flaviventris, zugeordnet werden.

Die geografische Konzentration der wenigen verbliebenen Individuen des Westlichen Erdsittichs berge große Risiken, betont Allan Burbidge vom Umweltministerium Westaustraliens. „Ein einziges Buschfeuer in dem Nationalpark oder die Einschleppung von Raubtieren wie beispielsweise Katzen könnte die Spezies an den Rand des Aussterbens bringen.“ Umso wichtiger sei es, die Vögel in anderen Teilen ihres ehemaligen Verbreitungsgebietes erneut anzusiedeln.

Forschung: Stephen A. Murphy, Australian Wildlife Conservancy, Subiaco East, und School for Environmental Research, Charles Darwin University, Darwin; Jeremy Austin, Australian Centre for Ancient DNA, School of Earth and Environmental Sciences, University of Adelaide; Allen H. Burbidge, Western Australia Department of Environment and Conservation, Wanneroo; und andere

Veröffentlichung Conservation Genetics, DOI 10.1007/s10592-010-0161-1

WWW:
Australian Wildlife Conservancy
Australian Centre for Ancient DNA, University of Adelaide
Western Ground Parrot
Species and Subspecies

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