Hörbar gesunde Riffe

Unterwasseraufnahme einer Taucherin im blaugrünen Wasser, Notizen machend In welchem Zustand sich ein Korallenriff befindet, lässt sich schon an seinem Klang erahnen. Das haben englische und panamaische Meeresbiologen im Rahmen eines systematischen Vergleichs ermittelt. Ein insgesamt “gesundes” Riff verrät sich demnach durch einen kräftigen Geräuschpegel, tiefe bzw. hohe Frequenzen lassen auf die Vielfalt von Fischen und Wirbellosen schließen.

Foto: University of Bristol

“Unsere Studie zeigt, dass im Riff produzierte Geräusche eine reichhaltige Informationsquelle darstellen”, erklärt Stephen Simpson von der Universität Bristol. An dem Schall könnten also im Meer treibende Larven, etwa solche von Fischen, Schnecken und Stachelhäutern, einen geeigneten Platz zum Sesshaftwerden erkennen. “Und vielleicht ist es auch diese Information, die manchen Fischen die Rückkehr in das Riff ihrer Eltern ermöglicht.”

Simpson und Kollegen verglichen insgesamt 51 Korallenriffe in der Umgebung der Perleninseln vor der Pazifikküste Panamas. Anhand von zweiminütigen Tonaufnahmen ermittelten die Forscher die Gesamtlautstärke und das Frequenzspektrum der jeweiligen Riffgeräusche. Diese Faktoren verknüpften sie dann mit Erhebungsdaten wie dem Prozentsatz der von Korallen bzw. Algen bedeckten Fläche sowie der Biomasse und Vielfalt von Fischen und anderen Tiergruppen.

Frontalansicht eines kleinen braunen Fischs vor Korallenhintergrund Foto: University of Bristol

“Bei Unterwassergeräuschen dreht es sich um sehr viel mehr als um die Kommunikation zwischen Walen oder Delfinen”, betont Simpsons Kollegin Emma Kennedy von der Heriot-Watt University in Edinburgh. Weitere Untersuchungen der Geräuschkulisse in der vermeintlich stillen Welt könnten vielleicht zur Entwicklung eines Werkzeugs führen, mit dem sich der Zustand eines Korallenriffs schnell und kostengünstig einschätzen lasse.

Forschung: Emma V. Kennedy, Centre for Marine Biodiversity and Biotechnology, Heriot-Watt University, Edinburgh; Stephen D. Simpson, School of Biological Sciences, University of Bristol; und andere

Veröffentlichung Journal of Experimental Marine Biology and Ecology, DOI 10.1016/j.jembe.2010.08.017 (im Erscheinen)

WWW:
Biological Sciences, University of Bristol
Centre for Marine Biodiversity & Biotechnology, Heriot-Watt University
Riffe.de

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