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Blauwale treffen den richtigen Ton

Dienstag, 3. August 2010, 14:30 • Rubrik Meeresforschung, Tierwelt.

Luftaufnahme zweier Blauwale, dicht nebeneinander an der Meeresoberfläche schwimmend, einer blasend Blauwale können nicht nur sehr laut singen, sondern auch sehr präzise. Das haben amerikanische Wissenschaftler bei der Analyse von Unterwasseraufnahmen aus dem Pazifik ermittelt. Die Wale halten die Tonhöhe eines ihrer Laute auf 0,5 Prozent genau ein, sodass dieser auch der Ortung dienen könnte.

Stelldichein der Riesen. Foto: A. Lombardi, NOAA

Die ungeahnte Präzision könnte es Blauwalen erlauben, die Schwimmrichtung potenzieller Geschlechtspartner oder Rivalen anhand der Dopplerverschiebung ihrer Gesänge einzuschätzen, erläutert Roger Bland von der San Francisco State University. “Blauwale können mit bis zu fünf Metern pro Sekunde schwimmen. Damit ist es durchaus vorstellbar, dass sich die Weibchen beim Auffinden der Männchen auch nach der Veränderung in deren Tonlage richten.”

Zügig schwimmende Blauwale (Balaenoptera musculus) produzieren mitunter eine Serie von Blubbergeräuschen, die von einem lang gezogenen, wehmütig klingenden Laut gefolgt wird. Bland und Kollegen analysierten diesen Laut anhand von Aufnahmen, die mit Unterwassermikrofonen auf einem Tiefseeberg, rund 80 Kilometer vor der kalifornischen Küste, gemacht worden waren.

soundfile-symbol Aufnahme von Blauwalgesang, 10-fach beschleunigt (3,4 MB, MP3). Courtesy Roger Bland, SFSU

Über einen Zeitraum von drei Monaten hatten die Mikrofone mindestens 2.400 Beispiele des Lauts aufgefangen. Dessen Höhe fällt zwar langsam ab. Die anfängliche Grundfrequenz liegt jedoch praktisch immer bei 16,0 Hertz, berichten die Physiker im “Journal of the Acoustical Society of America”. Die Streuung beträgt lediglich 0,09 Hertz und ist damit um den Faktor sechs geringer als die Dopplerverschiebung bei raschem Schwimmen.

Die neuen Resultate ständen zudem im Einklang mit der Veränderung der Blauwal-Gesänge in den letzten Jahren, so Bland weiter. Die ermittelte Grundfrequenz von 16,0 Hertz im Herbst 2001 “passt gut zu dem Abwärtstrend der Tonhöhe, wie er bei früheren Untersuchungen festgestellt worden ist”. Als eine mögliche Erklärung für diesen Trend gilt die langsame Erholung der Blauwalbestände.

Forschung: Michael D. Hoffman, Newell Garfield und Roger W. Bland, Department of Physics and Astronomy, Department of Geoscience und Romberg Tiburon Center, San Francisco State University, San Francisco

Veröffentlichung Journal of the Acoustical Society of America, Vol. 128(1), pp 490-4, DOI 10.1121/1.3446099

WWW:
Underwater Acoustics, San Francisco State University
- Pioneer Seamount Observatory
Blue Whale
Northeast Pacific Blue Whale Call
Doppler-Effekt

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Blauwale tönen tiefer
Wie die innere Stimmgabel schwingt



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