Mehr Treibhausgas aus Seen
Mittwoch, 21. Juli 2010, 19:00 • Rubrik Atmosphäre, Klima.
Einen weiteren Rückkopplungseffekt im globalen Kohlenstoffkreislauf haben schwedische Forscher nachweisen können. Indem die Temperaturen in höheren Breiten steigen, sinkt die Effizienz der dortigen Seen als Kohlenstoffspeicher. Vielmehr werden tote Organismen und Pflanzenreste im Sediment verstärkt von Mikroben verwertet, wobei die Treibhausgase Kohlendioxid und Methan freigesetzt werden.
Foto: Cristian Gudasz
Unter dem Strich könnte die Speicherfähigkeit allein der borealen Seen bis Ende des Jahrhunderts um bis zu 27 Prozent sinken, schätzen die Forscher um Christian Gudasz und Lars Tranvik von der Universität Uppsala im Magazin “Nature”. Dies entspräche einer Masse von bis zu 6,4 Millionen Tonnen Kohlenstoff pro Jahr und damit ungefähr einem Tausendstel jener Emissionen, die unmittelbar auf menschliches Tun zurückgehen.
Gudasz, Tranvik und Kollegen führten Messungen in acht schwedischen Seen mit unterschiedlichem Nährstoffgehalt durch. Die Forscher ermittelten vor Ort und im Labor, wie viel Kohlendioxid und Methan das Sediment bei verschiedenen Temperaturen an das Wasser abgab. Etwa ein Fünftel des organischen Materials, das zum Seeboden sinkt, wird demnach auf längere Zeit in Form einer dicker und dichter werdenden Sedimentschicht gespeichert. Es zeigte sich, dass dieser Anteil mit steigender Wassertemperatur sinkt.
Die Analyse von Daten aus früheren Studien ergebe ein ähnliches Bild, berichten die Forscher. Der Effekt auf den globalen Kohlenstoffkreislauf sei aus zwei Gründen besonders ausgeprägt: Einerseits lagere am Grund der borealen Seen rund ein Sechstel des organischen Kohlenstoffs der nördlichen Breiten. Andererseits mache sich der Klimawandel in dieser Zone besonders stark in Form steigender Temperaturen bemerkbar.
Forschung: Christian Gudasz und Lars J. Tranvik, Institutionen för ekologi och evolution, Uppsala universitet; David Bastviken, Institutionen för Tema – Vatten i natur och samhälle, Linköpings universitet; und andere
Veröffentlichung Nature, Vol. 466, 22. Juli 2010, pp 478-81, DOI 10.1038/nature09186
WWW:
Limnology, Uppsala University
Anthropogener Klimawandel
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