Posted in: Klima 27. April 2010 17:11 Weiter lesen →

Klimawandel: Auch 2009 war zu warm

Das Jahr 2009 entsprach ganz den Vorstellungen vom Klimawandel, sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD): Es war wieder zu warm. 2009 habe zwar keine neuen Rekorde gebracht, der Erwärmungstrend der vergangenen Jahrzehnte habe sich aber klar bestätigt.

Foto: nexusseven /Fotolia

In Deutschland lag im vergangenen Jahr die Durchschnittstemperatur bei 9,2 Grad Celsius. Die Jahresmitteltemperatur überstieg den Wert der internationalen klimatologischen Referenzperiode 1961-90 um 0,9 Grad.

Ein Blick in das 130 Jahre zurückreichende Klimaarchiv des DWD zeige, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland seit 1881 um 1,1 Grad gestiegen sei und das Jahrzehnt 2000 bis 2009 in Deutschland – und auch weltweit – die wärmste Dekade seit Beginn flächendeckender Messungen war.

Laut DWD gibt es regionale Unterschiede innerhalb Deutschlands. So zeigte sich seit 1881 eine deutlich stärkere Temperaturzunahme im Westen im Vergleich zum Nordosten. Die Jahresniederschläge nahmen deutschlandweit um elf Prozent zu. In westlichen Ländern waren es bis zu 17 Prozent. In Ostdeutschland wurden nur einstellige Zuwächse beobachtet – in Sachsen sogar ein Rückgang von gut vier Prozent.

Als Reaktion auf den Klimawandel werden die deutschen Landwirte im Verlauf dieses Jahrhunderts zunehmend Wärme liebende Pflanzen einsetzen, schätzt der DWD. Auf die zu erwartenden milden Winter könne mit der Umstellung auf Getreidesorten reagiert werden, die nicht so stark auf einen Kältereiz angewiesen seien. Außerdem sei künftig mit neuen Pflanzenarten wie Hirse oder Sudan-Gras auf den Feldern in Deutschland zu rechnen.

Mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre und höhere Temperaturen könnten Vorteile beim Wachstum und durch Mehrfachernten für Regionen mit guten Böden und genug Wasser bedeuten. Zugleich könne es aber regional auch zu geringeren Erträgen kommen, so der DWD. Alle Landwirte müssten künftig auch damit rechnen, dass mildere Winter die Gefahr von Schädlingsbefall erhöhten. Die nordeuropäische Landwirtschaft gehöre vermutlich zu den Profiteuren des Klimawandels, während die südeuropäischen und südosteuropäischen Bauern mit weniger Niederschlägen auskommen müssten.

Den deutschen Wäldern könnten mehr Schädlingen wie Borkenkäfer oder Pilze drohen. Statt Fichten dürften in Zukunft mehr robustere Douglasien und Roteichen sowie widerstandsfähigere Mischwälder gepflanzt werden.

Quelle: Deutscher Wetterdienst

WWW:
DWD Klimaatlas

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