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Schmetterlinge im Süden Europas am stärksten bedroht

Donnerstag, 18. März 2010, 20:59 • Rubrik Natur- und Umweltschutz, Tierwelt.

Hochalpen-Apollofalter Der Verlust an Lebensräumen hat ernste Auswirkungen auf Europas Schmetterlinge – besonders im Süden Europas. Laut der neuesten Ausgabe der Roten Liste, die die Weltnaturschutzunion IUCN jetzt veröffentlicht hat, sind neun Prozent der Schmetterlinge und 14 Prozent der Libellen Europas vom Aussterben bedroht.

Der Hochalpen-Apollofalters (Parnassius phoebus) lebt nur in den europäischen Alpen in Höhen bis zu 2.800 Metern. Er gilt in Folge des Klimawandels als potenziell gefährdet. Foto: Reinart Feldmann/UFZ

Bei rund einem Drittel (31 Prozent) der Europäischen Schmetterlingsarten gehen die Populationen zurück. Knapp über die Hälfte der Arten (55 Prozent) ist stabil, lediglich vier Prozent haben steigende Populationen. Für zehn Prozent liegen keine aussagekräftigen Daten vor.

Beobachtungsprogramme existieren nur in wenigen Europäischen Ländern. “Um die Entwicklungen der Populationen objektiv beurteilen zu können und die Genauigkeit der Roten Listen in Zukunft zu verbessern, müssten sie aber in allen Ländern etabliert werden”, sagt Dr. Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), einer der Autoren der Studie. “Solche Monitoringprogramme würden auch helfen, den Erfolg von Schutzmaßnahmen für wichtige Indikatorengruppen unter den Insekten zu kontrollieren und zu verbessern.”

Hauptursachen für den Arten-Rückgang ist der Verlust oder die mangelnde Vernetzung von Lebensräumen – oft hervorgerufen durch Änderungen in der Landnutzung und eine Intensivierung der Landwirtschaft. Als weitere Ursachen nennen die Wissenschaftler den Klimawandel, häufigere und stärkere Brände sowie den Tourismus.

Beispiele für besonders bedrohte Arten: Der Madeira-Kohlweißling (Pieris wollastoni) könnte bereits ausgestorben sein, da er seit mindestens 20 Jahren auf Madeira nicht mehr gesehen worden ist. Der in der ehemaligen jugoslawischen Republik Mazedonien vorkommende Edelfalter Pseudochazara cingovskii gilt als vom Aussterben bedroht, da Tagebauarbeiten seinen Lebensraum einschränken.

WWW:
Europas Rote Liste der Schmetterlinge (PDF, englisch)
Weltnaturschutzunion IUCN
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)


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