Pazifik schlägt höhere Wellen
26. Januar 2010 13:49 Drucken
Die Wellen im nordöstlichen Pazifik haben in den letzten Jahrzehnten deutlich an Höhe gewonnen. Das haben amerikanische Wissenschaftler anhand der Messdaten zweier Tiefwasserbojen ermittelt. Während “Jahrhundertwellen” zu Beginn der 70er-Jahre noch etwa 10 Meter hoch waren, liegt der Wert heute bei rund 14 Metern.
Foto: Erica Harris, Oregon State University
Die wahrscheinliche Ursache für diese Entwicklung seien natürliche oder menschgemachte klimatische Veränderungen, schreiben Peter Ruggiero von der Oregon State University und seine Kollegen im Fachblatt “Coastal Engineering”. Auf jeden Fall bedeute der Anstieg der Wellenhöhe eine stärkere Küstenerosion, eine höhere Überflutungsgefahr und größere Schäden an Bauwerken. Auf diese Weise könne er sich stärker auswirken als der prognostizierte Anstieg des Meeresspiegels.
Ruggiero und Kollegen analysierten Daten von zwei Bojen, die Mitte der 70er-Jahre einige Hundert Seemeilen vor der US-amerikanischen Westküste in bis zu 3,5 Kilometer tiefem Wasser verankert worden waren. Gespickt mit Messinstrumenten, erfassen die Bojen seitdem den Seegang und zahlreiche meteorologische Parameter.
Zu der beobachteten Veränderung könnten verlagerte Zugbahnen von Wirbelstürmen, stärkere Winde, intensivere Winterstürme und andere Faktoren beitragen, erklärt Ruggiero. In welchem Maße sich hier natürliche Klimaschwankungen wie die Pazifische Dekaden-Oszillation oder der vom Menschen verursachte Klimawandel bemerkbar machten, sei noch unklar. Ein ähnlicher Trend zeichne sich aber auch im Nordatlantik ab.
Gemeinden an der Küste dürften der Entwicklung nicht nur eine Verstärkung bestehender Bauwerke begegnen, so der Forscher weiter. “Sie müssen auch entscheiden, welches Risiko sie einzugehen bereit sind, wie sie ihr Wachstum lenken wollen und welche baulichen Kriterien künftig gelten sollen.”
Forschung: Peter Ruggiero und Paul D. Komar, Department of Geosciences und College of Oceanic and Atmospheric Sciences, Oregon State University, Corvallis; Jonathan C. Allan, Oregon Department of Geology and Mineral Industries, Newport
Veröffentlichung Coastal Engineering, DOI 10.1016/j.coastaleng.2009.12.005
WWW:
Department of Geosciences, Oregon State University
National Buoy Data Center: Station 46002, 46005
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