Häuserzeilen lenken Abgase

abgase aus einem auto Wenn es Fußgängern im wahrsten Sinne des Wortes stinkt, sollten sie die Straßenseite wechseln. Englische Forscher haben ermittelt, dass die Luftströmung in einer Straßenschlucht ähnlich chaotisch sein kann wie die Wasserströmung in einem Fluss. Daher werden die Abgase der Autos auf einer Straßenseite weniger gut vom Wind verweht als auf der anderen.

Foto: Stefan Redel /Fotolia

Gleichzeitig wirken die Häuserreihen kanalisierend auf den Luftstrom, zeigen die Messungen der Gruppe um Alison Tomlin von der Universität Leeds. Die Luftqualität könne daher schon einige Meter abseits der Blechlawine vergleichsweise gut sein, so Umweltwissenschaftlerin. “Für Radfahrer und Fußgänger kann es sich durchaus lohnen, ihre tägliche Route zu überdenken. Indem sie in die nächste Parallelstraße wechseln, können sie ihre Schadstoffexposition massiv senken.”

Tomlin und Kollegen führten ihre Studie an einer großen Straßenkreuzung im Westen Londons durch. Die Kreuzung selbst sowie der nähere Umkreis wurden mit Instrumenten gespickt, die acht Wochen lang die Luftströmung und die Kohlenmonoxid-Konzentration registrierten. Zudem erfassten die Forscher die Windrichtung über den Häuserdächern sowie die Verkehrsdichte. Die Resultate präsentieren sie im Fachblatt “Atmospheric Environment”.

Es zeigte sich, dass die Kohlenmonoxid-Konzentration an der Hauptverkehrsstraße bis zu vier Mal so hoch war wie an der nächstgelegenen Nebenstraße. Auch war die Schadstoffbelastung auf jener Straßenseite, die gerade im Windschatten der Häuserreihe lag, durchgängig höher als auf der gegenüberliegenden Seite.

Je nach Windrichtung könne die Zone der stärksten Belastung nicht nur zwischen den Straßenseiten springen, sondern sich auch einige Hundert Meter entlang der Straße verlagern, betont Tomlin. Dieser Umstand müsse beim Aufstellen von Schadstoff-Messstationen berücksichtigt werden.

Forschung: Alison S. Tomlin und James E. Tate, Energy and Resources Research Institute und Institute for Transport Studies, University of Leeds; und andere

Veröffentlichung Atmospheric Environment, Vol. 43(32), pp 5027-37, DOI 10.1016/j.atmosenv.2009.06.047

WWW:
Alison Tomlin, University of Leeds
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