Posted in: Abfall und Schadstoffe, Umwelttechnik 11. September 2009 15:58 Weiter lesen →

Bakterielles „Bodenfieber“

Foto zeigt schräg stehendes Glasrohr, darin klare Flüssigkeit, an ihrer Oberfläche ein bräunlicher Schleier Wenn sich Bakterien im Erdreich auf Schadstoffe stürzen, kann es im wahrsten Sinne des Wortes heiß hergehen. Australische Forscher haben ermittelt, dass die Temperaturen im Boden auf über 40 Grad Celsius steigen können, wenn der Stoffwechsel der Mikroben durch Einleiten von Luft angekurbelt wird.

Eine Wasserprobe aus dem Versuchsboden zeigt die Dieselkontamination. Foto: Willem van Aken/CSIRO

Die im Experiment beobachteten Temperaturen hätten bereits genügt, um Wachstum und Vermehrung der mikrobiellen Helfer zu drosseln, betont Colin Johnston von der australischen Forschungsorganisation CSIRO. Letztlich könnten die Mikroben durch das von ihnen verursachte „Bodenfieber“ sogar abgetötet werden, sodass der Schadstoffabbau zum Erliegen komme.

Seit vielen Jahren arbeiten Forscher an Techniken, um kontaminiertes Erdreich durch Bakterien, Pilze oder Pflanzen säubern zu lassen. Johnston und Kollegen versuchen, die mikrobielle Bioremediation zu beschleunigen, indem sie Luft oder Nährstofflösungen durch Rohre in den Boden pressen. Ihre jüngsten Versuche führten die Forscher an Erdreich durch, das mit Dieselkraftstoff verseucht war. Indem Bakterien die Kohlenwasserstoffe abbauten und dabei Wärme freigesetzt wurde, stieg die Temperatur in einigen Metern Tiefe auf 47 Grad Celsius.

Die von der Bodenflora gerade noch tolerierte Temperatur liege bei 52 Grad, so Johnston weiter. Grundsätzlich sei es möglich, die Frischluftzufuhr weiter zu erhöhen und so eine gewisse Kühlung zu erzielen. Dies könnte allerdings dazu führen, dass leichtflüchtige Verbindungen aus dem Boden ausgetrieben würden, bevor die Mikroorganismen sie abbauen können. Und versuche man, den mikrobiellen Stoffwechsel durch Einleiten von Nährstoffen zu beschleunigen, steigere dies wiederum die Wärmeproduktion. Die Kunst liege darin, alle Faktoren optimal aufeinander abzustimmen.

Forschung: Bradley M. Patterson und Colin D. Johnston, CSIRO Land and Water, Wembley, Western Australia; und andere

WWW:
CSIRO Land and Water
Bioremediation

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Bakterien auf der Pilz-Autobahn
Speiseöl gegen Bodenschadstoffe

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