Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 26. August 2009 01:01 Weiter lesen →

Zu viel Druck auf große Flieger

Foto zeigt in einem Baum hängenden Flughund mit tiefbraunem Pelz, dunklen, zusammengefalteten Flughäuten und großen braunen Augen, eine Art Rucksack mit Antenne tragend Der größte Flughund der Welt sieht schwierigen Zeiten entgegen, befürchten amerikanische und malaysische Forscher. Ihrer Erhebung zufolge, werden allein im Süden der Malaiischen Halbinsel jährlich mindestens 22.000 Kalongs erlegt. Diese Quote könnte die Art regional schon bald an den Rand des Aussterbens bringen.

Foto: Copyright Jonathan W. Epstein

Das gelte umso mehr, als illegale Abschüsse in dem Schätzwert noch nicht berücksichtigt seien, betonen Jonathan Epstein vom Wildlife Trust in New York und seine Kollegen im „Journal of Applied Ecology“. Im Rahmen ihrer Studie hatten sie fünf Jahre lang Bestand, Verhalten und Bejagung des Kalong im südlichen, zu Malaysia gehörenden Teil der Halbinsel erforscht.

Kalongs (Pteropus vampyrus) zählen als Flughunde zur Verwandtschaft der Fledermäuse, können es allerdings auf eine Flügelspannweite von fast 1,5 Meter bringen. Die nachtaktiven Säuger ernähren sich hauptsächlich von Früchten und Blüten und fördern so die Verbreitung von Pflanzensamen und Pollen. Dabei kommen sie weit herum, bestätigte der Einsatz von Peilsendern: pro Nacht legten die Tiere bis zu 60 Kilometer zurück, einige flogen im Studienzeitraum mehrere Hundert Kilometer weit bis nach Thailand und Indonesien.

Auf Basis ihrer Beobachtungen an insgesamt 33 Ruheplätzen schätzen Epstein und Kollegen, dass im Süden der Malaiischen Halbinsel höchstens 500.000 Kalongs leben. Die Zahl der in der Region jährlich vergebenen Abschusslizenzen beziffern die Forscher auf rund 22.000, hinzu kommen die illegale Jagd und die Bekämpfung von Flughunden als Schädlingen. Modellrechnungen zufolge, könnte die Art unter diesen Bedingungen schlimmstenfalls in nur sechs Jahren regional ausgestorben sein.

Während der Kalong in Thailand offiziell unter Schutz stehe, könne er in Indonesien und in den meisten Bundesstaaten Malaysias legal gejagt werden, so Epstein. Angesichts der neuen Resultate sollte erwogen werden, dem Kalong zumindest eine „Verschnaufpause“ zu gönnen, bis mehr über seinen Status bekannt sei. Internationale Zusammenarbeit sei dabei das oberste Gebot: „Unsere Studie demonstriert, dass Flughunde, ebenso wie andere umherziehende Arten, des umfassenden Schutzes in allen Regionen ihres Verbreitungsraumes bedürfen.“

Forschung: Jonathan H. Epstein, Conservation Medicine Program, The Wildlife Trust, New York; und andere

Veröffentlichung Journal of Applied Ecology, DOI 10.1111/j.1365-2664.2009.01699.x

WWW:
Wildlife Trust
Old World Fruit Bats


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