Posted in: Klima, Tierwelt 3. Juni 2009 01:01 Weiter lesen →

Satellit erspäht Pinguin-Kot

Foto zeigt große Pinguine mit weißer Brust und gelber Kehle, einige graue, flaumige Jungtiere, auf weißem Eis, tiefblauer Himmel Anders als einzelne Pinguine, lassen sich größere Ansammlungen der Tiere sehr wohl aus dem Weltraum erkennen, haben zwei britische Antarktisforscher entdeckt. Die Brutkolonien von Kaiserpinguinen sind auf Satellitenbildern an der rötlich-braunen Färbung erkennbar, die die Exkremente der Vögel dem Eis verleihen.

Foto: Michael Van Woert, NOAA

„Während der Fortpflanzungssaison bilden die Vögel acht Monate lang Kolonien“, erklärt Peter Fretwell vom British Antarctic Survey in Cambridge. „Das Eis wird ziemlich verdreckt und eben diese Guanoflecken sind es, die wir sehen können.“ Auf diese Weise könne die Reaktion der Kaiserpinguine auf Umweltveränderungen in der Antarktis verfolgt werden – und das in einem räumlichen Maßstab, wie er angesichts der schieren Fläche und der unwirtlichen Bedingungen mit Feldbeobachtungen schlichtweg nicht zu erreichen sei.

Für ihre Studie nutzten Fretwell und sein Institutskollege Phil Trathan ein frei zugängliches Mosaik aus hochauflösenden Satellitenaufnahmen, das die gesamte Antarktis unter nahezu idealen Sichtbedingungen zeigt. Auf dem Packeis an der Küste konnten die Forscher insgesamt 38 Kaiserpinguin-Kolonien anhand der Guanofärbung ausfindig machen. Zehn davon waren bislang unbekannt, für weitere sechs mussten die bisherigen Positionsangaben korrigiert werden. Sechs bekannte oder mutmaßliche Kolonien waren nicht zu finden, berichten die Forscher im Fachblatt „Global Ecology and Biogeography“.

Die Zahl der Kaiserpinguine kann derzeit nur grob auf 200.000 bis 400.000 Brutpaare geschätzt werden. Unklar ist auch, wie die auf dem Eis brütenden Vögel durch den Klimawandel beeinflusst werden. „Wir wissen nun genau, wo sich die Pinguine aufhalten“, so Trathan. Der nächste Schritt sei es, die Größen der jeweiligen Kolonien zu bestimmen. „Anhand von Satellitenbildern, in Kombination mit den Individuenzahlen, können wir künftige Bestandesveränderungen sehr viel besser verfolgen.“

Quelle: British Antarctic Survey, 01.06.09

Forschung: Peter T. Fretwell und Philip N. Trathan, British Antarctic Survey, National Environmental Research Council, Cambridge; Online-Veröffentlichung Global Ecology and Biogeography, 1. Juni 2009, DOI 10.1111/j.1466-8238.2009.00467.x

WWW:
British Antarctic Survey
Landsat Image Mosaic of Antarctica
Emperor penguin
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