Wehrhafte Blüten
Dienstag, 17. März 2009, 13:04 • Rubrik Pflanzenwelt, Tierwelt.
Wenn sich Blüten mit auffälligen Farben schmücken, wird dies meist als Einladung an Bienen und andere Bestäuber gedeutet. Ganz so harmlos ist die Farbenpracht nicht, sind englische und australische Forscher überzeugt. Mitunter scheint sie auch vor Gift zu warnen.
Foto: Melburnian via Wikimedia.org (Creative Commons Attribution 2.5)
Das gilt zumindest im Falle australischer Hakeas, erläutert Mike Hanley von der University of Plymouth und der Curtin University of Technology in Perth. Bei den Gewächsen enthielten rote Blüten reichlich Blausäure freisetzende Verbindungen. “Offenbar haben diese westaustralischen Pflanzen nicht nur eine bemerkenswerte Verteidigung gegen Blütenfresser aufgebaut, sondern weisen auch deutlich darauf hin.”
Hanley und Kollegen verglichen Blüten und Blätter von 51 Haeka-Spezies. Einige dieser Arten werden von Insekten bestäubt und besitzen kleine weiße Blüten, die von einem Wald stachelförmiger Blättchen umgeben sind. Andere sind dagegen auf nektartrinkende Vögel als Bestäuber spezialisiert. Ihre Blüten sind groß, leuchtend rot und ohne mechanischen Schutz. Damit stellten sie in der australischen Steppe auch eine Einladung an Pflanzenfresser wie Emus, Papageien und Kängurus dar, so Hanley.
Wie der Ökologe und seine Kollegen im Fachblatt “New Phytologist” berichten, sind diese vogelbestäubten Blüten jedoch alles andere als schutzlos: Sie enthalten durchweg größere Konzentrationen der giftigen Blausäure bzw. der entsprechenden Vorläufersubstanzen als ihre insektenbestäubten Pendants. Pflanzenfresser könnten daher lernen, rote Blüten zu meiden und sich Bauchgrimmen oder Schlimmeres zu ersparen, so die Forscher. Offenbar sei es bei der Blütenevolution nicht allein auf die Lockwirkung angekommen, sondern auf die richtige Balance zwischen Anlocken und Abschrecken.
Forschung: Mick E. Hanley und Byron B. Lamont, School of Biological Sciences, University of Plymouth, und Department of Environmental Biology, Curtin University of Technology, Perth, Western Australia; W. Scott Armbruster, School of Biological Science, University of Portsmouth
Veröffentlichung New Phytologist, Vol. 182, pp 251-60, DOI 10.1111/j.1469-8137.2008.02709.x
WWW:
Terrestrial Ecology Research Group, University of Plymouth
School of Agriculture and Environment, Curtin University of Technology
Blüten
Hakea
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