Wie Räuber miteinander auskommen
Dienstag, 10. März 2009, 18:52 • Rubrik Tierwelt.
Raubtiere, die sich aus dem Weg gehen, können gut im gleichen Gebiet leben. Wie dieses Prinzip in der Natur umgesetzt ist, haben zwei US-Forscher am Beispiel der nord- und südamerikanischen Fauna untersucht. Ihre Studie demonstriert, dank welcher Strategien ein Räuber satt werden kann, ohne selbst im Magen eines anderen zu enden.
Einige Raubtiere sind – ökologisch betrachtet – besonders unangenehme Zeitgenossen. Im Bild: Das Stinktier. Foto: Jennifer Hunter/UC Davis
Vom Wiesel bis zum Grizzly gebe es auf dem amerikanischen Kontinent mehr als 80 Arten landlebender Raubtiere, erläutert Jennifer Hunter von der University of California, Davis. Typischerweise lebten in einem Gebiet mindestens 20 dieser Arten Seite an Seite, sodass reichlich Potenzial für Konkurrenz und Fraßdruck vorhanden sei.
Um mehr über die Grundlagen dieser Koexistenz herauszufinden, erstellten Hunter und ihr Kollege Tim Caro eine digitale Karte der Verbreitungsräume der amerikanischen Raubtiere. Dann verglichen sie systematisch Biologie und Verhalten von Arten, die im gleichen Gebiet vorkommen. Die Resultate präsentieren die Forscher im Fachblatt “Ethology, Ecology and Evolution”.
Eine gute Strategie zur Vermeidung von Konkurrenz ist es demnach, nicht allzu wählerisch beim Fressen zu sein. So teilen die Vertreter der Hunde- und Bärenfamilien ihre Verbreitungsgebiete mit besonders vielen anderen Raubtieren, fanden Hunter und Caro. Ihnen gemein ist, dass sie Allesfresser sind und daher eine breite Palette von Ressourcen nutzen können. Andere Spezies gehen sich dagegen aus dem Weg, indem sie zu unterschiedlichen Tageszeiten oder in unterschiedlichen “Etagen” zwischen Erdreich und Baumkronen aktiv sind.
Eine bemerkenswerte Ausnahme bilden Stinktiere und einige Marder wie Dachs und Vielfraß. Bei diesen vergleichsweise kleinen Raubtieren seien kaum Anzeichen für “Kompromissbereitschaft” zu erkennen, so Hunter. “Unsere ökologischen Vergleiche zeigen, dass diese Tiere Zeit und Raum mit zahlreichen anderen Raubtieren teilen.” Offenbar setzten diese Spezies ganz auf Wehrhaftigkeit und Aggressivität und signalisierten dies vorsorglich durch ihre kontrastreiche Fellfärbung.
Forschung: Jennifer Hunter und Tim M. Caro, Department of Wildlife, Fish and Conservation Biology, University of California, Davis
Veröffentlichung Ethology, Ecology and Evolution, Vol 20(4), pp 295-324
WWW:
Wildlife, Fish and Conservation Biology, UC Davis
Raubtiere
Guild Structure and Community Organization
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