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Frostwechsel versetzen Böden in Aufruhr

Montag, 26. Januar 2009, 19:05 • Rubrik Klima, Land, Landwirtschaft.

Foto zeigt schneefreie Flächen als dunkle Quadrate in schneebedeckter Landschaft Wenn Boden häufiger gefriert und wieder auftaut, steigt die Biomasse-Produktion der darin wachsenden Pflanzen. Das haben Forscher aus Leipzig, Bayreuth und München bei Experimenten mit einer Bodenheizung ermittelt.

Foto: Dr. Jürgen Kreyling/Universität Bayreuth

Der Effekt dürfte vor allem auf einer verstärkten Freisetzung von Stickstoff im Boden beruhen, glaubt die Gruppe um Jürgen Kreyling und Anke Jentsch vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und von der Universität Bayreuth. Angesichts des Klimawandels könnte er weitreichende Auswirkungen haben.

Allein auf der nördlichen Halbkugel bedeckten Böden mit jahreszeitlich bedingten Frostwechseln etwa 55 Prozent der Landfläche, so das Helmholtz-Zentrum in einer Mitteilung. Gegenwärtige Prognosen gingen davon aus, dass die Temperatur auf solchen Flächen künftig häufiger um den Gefrierpunkt schwanken werde.

Für ihr Experiment versahen die Forscher Flächen im Botanischen Garten der Universität Bayreuth mit einer Bodenheizung. Die Anlage wurde so gesteuert, dass sie die Bodentemperatur nach 48 Stunden unter Null wieder auf positive Werte brachte. Auf diese Weise wurden im Winter 2005/06 acht Frostwechsel statt der drei natürlichen bewirkt. Das Resultat: Im folgenden Sommer konnten auf den Versuchsflächen rund zehn Prozent mehr Biomasse geerntet werden als auf Kontrollflächen.

Forschung: Jürgen Kreyling und Anke Jentsch, Department Naturschutzforschung, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ), Leipzig, und Lehrstuhl Biogeografie, Universität Bayreuth; und andere

Veröffentlichung New Phytologist, Vol. 177(4), pp 938-45, DOI 10.1111/j.1469-8137.2007.02309.x

WWW:
Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ)
Lehrstuhl Biogeografie, Uni Bayreuth
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