Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 22. Januar 2009 13:30 Weiter lesen →

Ameise lässt Echsen beschleunigen

Profilfoto einer kleinen, graubräunlich gemusterten Echse, im Sand ruhendDas Wirken der Evolution kann binnen kurzer Zeit erkennbar werden. Das belegen die Beobachtungen einer amerikanischen Biologin. Seit vor 70 Jahren eine aggressive Feuerameise nach Nordamerika gelangt ist, haben sich Verhalten und Körperbau einer kleinen Echse merklich verändert.

Foto: Tracy Langkilde, Penn State University

Echsen aus den betroffenen Gebieten reagieren nicht nur schneller auf die Ameisen, sie besitzen auch längere Hinterbeine, fand Tracy Langkilde von der Pennsylvania State University. Beide Effekte sind umso ausgeprägter, je länger das jeweilige Herkunftsgebiet bereits mit der Feuerameise zu kämpfen hat, berichtet die Forscherin im Fachblatt „Ecology“.

Die Rote Feuerameise (Solenopsis invicta) breitet sich seit den 30er-Jahren in Nordamerika aus. Aufgrund ihrer hohen Aggressivität macht sie dem Menschen und vor allem der heimischen Fauna zu schaffen. „Ein Dutzend von ihnen braucht weniger als eine Minute, um einen acht Zentimeter langen Stachelleguan zu töten“, erläutert Langkilde.

Die Forscherin untersuchte nun, ob und wie Stachelleguane der Art Sceloporus undulatus auf diese Gefahr reagiert haben. Dazu fing sie einige Exemplare in Gebieten, in denen die Ameise seit 68, 54 bzw. 23 Jahren vorkommt, sowie in einer bislang noch nicht betroffenen Region. Neben ein Ameisennest gesetzt, wurden die Echsen rasch attackiert. Solche aus Gebieten ohne Rote Feuerameise schienen allein auf ihre Tarnung zu setzen: Sie schlossen lediglich die Augen, rührten sich nicht vom Fleck und mussten schließlich gerettet werden. Ihre Artgenossen aus betroffenen Gebieten schüttelten die Angreifer dagegen mit einem Zucken ab und suchten ihr Heil in der Flucht.

Das gelang ihnen umso besser, je länger ihre Hinterbeine waren. Und tatsächlich wiesen Echsen aus betroffenen Gebieten etwas längere Beine auf, ermittelte Langkilde. Weitere Untersuchungen bestätigten, dass die Beinlänge zum Teil vererbt wird. Daraus ergebe sich ein möglicher Ansatzpunkt für die Evolution, so die Forscherin. Reaktionsschwache Echsen mit kurzen Beinen wiesen eine größeres Risiko auf, noch vor Erreichen der Geschlechtsreife zu sterben.

Forschung: Tracy Langkilde, Department of Biology, Pennsylvania State University, University Park

Veröffentlichung Ecology, Vol. 90(1)

WWW:
Langkilde Laboratory, Pennsylvania State University
Sceloporus undulatus
Red Imported Fire Ant
Feuerameisen verlieren ihren Biss
Evolution 101

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Evolution: Schmetterlinge schlagen zurück
Fisch-Evolution per Netz


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2 Kommentare zu "Ameise lässt Echsen beschleunigen"

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  1. Siegbert sagt:

    Das hat doch mit Evolution nichts zu tun. Es gibt Exemplare mit längeren Beinen, die sicher schneller sind als kurbeinige. Wenn die „Kurzen“ von Ameisen getötet werden, gibt es zwangsläufig mehr Langbeinige. Wenn sich langbeinige Echsen untereinander fortpflanzen, haben die Jungen sicher auch längere Beine.
    Das hat doch aber mit Evolution nichts zu tun. Nur das, was in den Genen der Echse steckt, wird möglicherweise verstärkt hervorgebracht. Evolution soll aber „Neues“ mit sich bringen. Das ist hier zweifellos nicht gegeben.

  2. Matze sagt:

    @Siegbert:

    Und morgen kommt der Weihnachtsmann, ja ja.

    Sorry, aber selten so einen Müll wie Deinen gelesen, man kann die Augen vor der Wahrheit auch verschließen, aus welchem Grund auch immer, manche kapieren es auch einfach nicht.

    Ein weiteres Beispiel:

    1935 wurden in Australien 102 Aga-Kröten zur Käferbekämpfung ins Land gebracht, ein Weibchen legt bis zu 30.000 Eier, mittlerweile sind sie dort zu einer Plage geworden.

    Die heutigen Artgenosse dieser Kröten in Australien haben längere Beine als die ursprünglich eingebürgerten – sie haben sich in kurzer Zeit an den größeren Lebensraum angepasst – oder war das euer Gott der die Beine länger zog?

    Manchmal glaube ich die nächste Evolutionsstufe der Menschheit sind die Atheisten, die diesen religiösen Mumpitz nicht mehr glauben.

    Grüße Matze