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Pflanzenduo macht salzige Böden fruchtbar

Dienstag, 16. Dezember 2008, 16:52 • Rubrik Landwirtschaft.

Foto zeigt eine von beinahe mannshohem Gras dicht bewachsene Fläche, mittendrin stehen zwei MännerSelbst auf stark versalzenen Böden lässt sich Landwirtschaft betreiben. Diesen Schluss legen Feldversuche pakistanischer und amerikanischer Forscher nahe. In Gesellschaft mit einem salzspeichernden Gewächs angebaut, kann ein Wüstengras auf salzhaltigen Böden sogar mit Brackwasser gegossen werden und liefert dennoch hochwertiges Viehfutter.

Foto: Courtesy Ajmal Khan

Mit dem Gras gefütterte Rinder legen ebenso schnell an Gewicht zu wie solche, die Mais als Futter erhalten, fanden die Forscher um Ajmal Khan von der Universität Karachi und Brent Nielsen von der Brigham Young University im US-Bundesstaat Utah. Zudem sei das Fleisch der Tiere von vergleichbarer Qualität gewesen. Daher könnte das Anbauschema die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen gerade in Küstengebieten enorm verbessern, hoffen sie.

Die Forscher führten ihre Versuche im Süden Pakistans in einer Region durch, deren Böden und Grundwasser aufgrund der Nähe zum Indischen Ozean einen hohen Salzgehalt aufweisen. Dort pflanzten sie in abwechselnden Reihen eine Hirse-Verwandte (Panicum turgidum) und eine Sode (Suaeda fruticosa). Die Bewässerung erfolgte aus einem Brunnen neben der Anbaufläche. Trotz der widrigen Bedingungen gediehen beide Pflanzen gut, berichten die Forscher im Fachblatt “Agriculture, Ecosystems & Environment”.

Selbst bei sparsamem Düngereinsatz konnte das Panicum-Gras etwa im Monatsrhythmus geerntet werden und lieferte über das Jahr einen Ertrag von 60.000 Kilogramm pro Hektar. Fast noch bemerkenswerter war, dass der Salzgehalt des Bodens im Versuchszeitraum nicht weiter stieg. Der Grund dafür liegt in der Sode: Die Pflanze nimmt reichlich Salz auf und entsorgt es in voluminösen Speichern in ihren Zellen. Als “Salzakkumulator” könnte sie Landwirten eine zusätzliche Einnahmequelle eröffnen, so Nielsen. Wird die Sode am Ende der Saison geerntet und verbrannt, fällt unter anderem Soda (Natriumkarbonat) als Rohstoff für die chemische Industrie an, beispielsweise für die Herstellung von Seifen und Waschmitteln.

Forschung: M. Ajmal Khan, Raziuddin Ansari, Haibat Ali und Bilquees Gul, Institute of Sustainable Halophyte Utilization, University of Karachi; Brent L. Nielsen, Department of Microbiology and Molecular Biology, Brigham Young University, Provo, Utah

Veröffentlichung Agriculture, Ecosystems & Environment, DOI 10.1016/j.agee.2008.10.014

WWW:
Department of Botany, University of Karachi
Microbiology and Molecular Biology, Brigham Young University
Panicum turgidum
Halophyten
Bodenversalzung



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