Antarktische Inseln strotzen vor Leben
1. Dezember 2008 16:23 Drucken
Im Vorhof der Antarktis herrscht eine größere Artenvielfalt als auf den tropischen Galapagos-Inseln, haben englische und deutsche Forscher ermittelt. Im Rahmen einer mehrwöchigen Expedition zählten sie nicht weniger als 1.244 Tierarten, die im Meer vor den Südlichen Orkneyinseln und auf den Inseln selbst leben.
Mehr als 80 Prozent der erfassten Arten leben im Meer, der Großteil davon am Meeresgrund. Foto: British Antarctic Survey
Die neuen Daten seien umso wichtiger, als sich die Temperaturen in der Region so schnell änderten wie in kaum einem anderen Teil der Erde, so David Barnes vom British Antarctic Survey. “Wenn wir herausfinden wollen, wie die dortige Fauna auf künftige Veränderungen reagiert, ist ein solcher Ausgangspunkt von enormer Bedeutung.”
Barnes und Kollegen stellten ihre Beobachtungen während der britischen BIOPEARL-Expedition an, die im Jahr 2006 unter anderem zum Scotiabogen führte. Dieser untermeerische Rücken spannt sich im weiten Bogen von Feuerland bis zur Antarktischen Halbinsel und ist durch mehrere Inselgruppen wie etwa die Südlichen Orkneyinseln markiert. Dort wurde systematisch das Leben an Land, in der Luft und – mit Schleppnetzen und Tiefseeschlitten – in bis zu 1.500 Metern Wassertiefe studiert.
Unter den erfassten Arten sind fünf bislang unbekannte, berichtet die Gruppe im “Journal of Biogeography”. Der Abgleich mit Datenbanken und alten Berichten lasse zudem vermuten, dass sich die Fauna der Südorkneys in den letzten 100 Jahren nur wenig verändert habe. Insbesondere fänden sich kaum Hinweise auf vom Menschen eingeschleppte Arten.
Forschung: David K. A. Barnes, Stefanie Kaiser, Huw J. Griffiths und Katrin Linse, British Antarctic Survey, Cambridge, und Zoologisches Museum der Universität Hamburg
Veröffentlichung Journal of Biogeography, DOI 10.1111/j.1365-2699.2008.02030.x
WWW:
British Antarctic Survey
Biozentrum und Zoologisches Museum, Uni Hamburg
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