Delfine fressen getrennt

28. November 2008 13:22 Drucken

Foto zeigt zwei Tümmler, große Delfine mit spitzer Schnauze, rasch schwimmend an der Wasseroberfläche Wenn es ums Fressen geht, sitzen Delfine an getrennten Tischen, hat eine australische Biologin ermittelt. Das gilt zumindest für die Großen Tümmler in zwei Flussmündungen an der australischen Pazifikküste. Gelegentliche Besucher fressen in anderen Mündungsabschnitten als Dauerbewohner, und Mütter mit Kindern sondern sich zusätzlich ab.

Der Indopazifische Große Tümmler lebt nicht nur im Meer, sondern auch in den einmündenden Flüssen. Foto: Rainer J. Wagner (Gnu FDL1.2)

Diese Resultate seien von Bedeutung für den Schutz der Tiere, betont Christine Fury von der Southern Cross University. Insbesondere belegten sie, dass meist nur aus dem Meer bekannte Delfine ebenfalls auf intakte Flüsse angewiesen seien. “Je sauberer das Wasser ist, desto mehr Fische gibt es im Fluss und umso eher kann sich dort eine große Delfinpopulation halten.”

Fury untersuchte das Treiben in den Flüssen Clarence und Richmond, bis zu 350 Kilometer lang und im australischen Bundesstaat New South Wales gen Pazifik fließend. Rund 2.000 Stunden Beobachtungszeit ergaben, dass die in den Flussmündungen lebenden Indopazifischen Großen Tümmler (Tursiops aduncus) keine einheitlichen Populationen bilden.

Zwischen 40 und 60 Prozent der Delfine lebten dauerhaft in den Mündungsgebieten, berichten Fury und ihr Kollege Peter Harrison im Fachblatt “Marine and Freshwater Research”. Die übrigen Tiere tauchten immer wieder oder nur ein einziges Mal dort auf. Alle bevorzugten Meeräschen als Beute. Doch während die Kurzzeitgäste meist in den unteren Mündungsabschnitten auf Jagd gingen, schwammen die Dauerbewohner die Flüsse weiter hinauf.

Mütter mit Nachwuchs suchten zudem flache Seitenarme und Nebenflüsse auf – vermutlich, weil sie dort nicht von den Männchen behelligt wurden und die Jungtiere an den kleineren Beutefischen “üben” konnten. Im Laufe der Zeit brachten sie es zu einiger Kunstfertigkeit, beobachtete die Forscherin. Häufig schleuderten die Delfine einen Beutefisch in die Luft, um ihn – Kopf voran – wieder aufzufangen und in einem Satz zu verschlucken.

Forschung: Christine A. Fury und Peter L. Harrison, Whale Research Centre, School of Environmental Science and Management, Southern Cross University, Lismore, New South Wales

Veröffentlichung Marine and Freshwater Research, Vol. 59(11), pp 1015-27, DOI 10.1071/MF08109

WWW:
Southern Cross University Whale Research Centre
Indopazifischer Großer Tümmler

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Neue Delfinart entdeckt
Delfinmütter haben Nachwuchs im Schlepptau


Kommentare

Kommentare geschlossen.

Wechseln Sie zur Smartphone-Seite

Bottom
Google Analytics Alternative