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Archiv für: September, 2008

Pestizid schadet langsamen Fröschen

Foto eines Leopardfroschs mit den typischen, dunklen Leopardenflecken an den Beinen, im Hintergrund Gras

In der Umwelt können Pestizide eine ungeahnte Wirkung entfalten, belegen Experimente eines amerikanischen Forscherduos. Dabei beraubte ein Insektenvernichtungsmittel Kaulquappen auf indirekte Weise ihrer Nahrung und verhinderte so die rechtzeitige Verwandlung zum Frosch. Der Effekt stellte sich selbst bei Konzentrationen ein, die weit unterhalb der kritischen Schwelle liegen.

Mehr Lärm in sauren Meeren

Foto zeigt eine Ölbohrplattform mit rot angestrichenem Unterbau und hoch aufragendem Bohrturm und Kränen in kabbeligem, grauen Wasser vor trübem Himmel

Der immense Kohlendioxid-Ausstoß der menschlichen Zivilisation wird einen unerwarteten Nebeneffekt auf die Weltmeere haben. Zu diesem Schluss kommen amerikanische Forscher im Fachblatt “Geophysical Research Letters”. Indem das Kohlendioxid das Meerwasser ansäuert, wird sich Schall darin über deutlich größere Entfernungen ausbreiten können.

Hochwasserfeste Auen-Vegetation

Luftaufnahme zeigt überflutete Wiesenlandschaft mit einigen Bäumen

In Flussauen lebende Tiere und Pflanzen kommen mit einer Überflutung ihres Lebensraums auf unterschiedliche Weise zurecht. Das zeigen Untersuchungen, die Leipziger Biologen vor und nach dem Elbe-Hochwasser im Sommer 2002 durchgeführt haben. Während sich Pflanzen und Schnecken kaum beeindruckt zeigten, brach die Zahl der Käferarten förmlich ein, um sich rasch wieder zu erholen.

Infizierte Brut

Foto zeigt kleine, zierlich gebaute Kröte mit dunkel gesprenkelter Haut auf Fels

Ausgerechnet die Maßnahmen zu ihrer Rettung hätten einer seltenen Kröte auf Mallorca zum Verhängnis werden können. Eine internationale Forschergruppe hat entdeckt, dass in eine Nachzuchtstation ein gefährlicher Pilz eingeschleppt und mit den dort herangewachsenen Tieren in die Umwelt der Insel entlassen wurde.

Trüffel-Invasion aus Asien

Schnitt durch den knollenförmigen Fruchtkörper einer Schwarzen Trüffel, dichte schwarze Masse, von weißen Strängen durchzogen

Nicht nur Pflanzen und Tiere haben mit eingeschleppter Konkurrenz zu kämpfen. Das belegt ein Zufallsfund italienischer Forscherinnen. In einem Trüffelhain nahe Turin stießen sie auf einen asiatischen Trüffelpilz, der sich zu einer ernsthaften Bedrohung für die Schwarze Trüffel entwickeln könnte.

Pflanzliche Invasoren machen Druck

Nahaufnahme eines Blütenstandes mit kleinen, weißen Blüten

Die Zahl eingeschleppter Pflanzenarten in Europa hat sich in den letzten 25 Jahren mehr als verdreifacht. Das geht aus einem neuen Inventar gebietsfremder Arten hervor, das europäische Forscher erstellt haben. Demnach wachsen gut 5.800 Pflanzenarten in Europa in Gebieten, in denen sie ursprünglich nicht heimisch waren. Mehr als 2.800 davon sind außereuropäischen Ursprungs.

Mehr Methan aus Permafrostböden

Foto zeigt grasbewachsene Senke mit ebenem Boden, umgeben von mit Birken bestandenen Wällen, im Vordergrund mit Flechten bewachsene Steine

Die sibirischen Permafrostböden könnten stärker zur Klimaerwärmung beitragen als bislang vermutet. Zu diesem Schluss kommen deutsche und russische Bodenkundler nach Messungen vor Ort. Indem das humusreiche Erdreich tiefer auftaut, könnte vor allem aus instabil gewordenen Mooren reichlich zusätzliches Methan freigesetzt werden.

Alte Wälder kontern Klimawandel

Foto zeigt weißes Messinstrument, aufgebaut aus mehreren Röhren, hoch über einem Nadelwald, der sich bis zum Horizont erstreckt, dort ein wolkenverhangener Berg

Nicht nur junge, auch alte Wälder entziehen der Atmosphäre langfristig Kohlendioxid. Dieses Fazit ziehen europäische und amerikanische Forscher nach der Auswertung von Daten aus über 519 Wäldern. Selbst mehr als 300 Jahre alte Waldflächen erwiesen sich dabei mehrheitlich als Senken für das Treibhausgas.

Erste Jungstöre in der Elbe

Stör Acipenser

In der Elbe schwimmen erstmals wieder Störe. Wissenschaftler und Naturschützer haben fünfzig, mit Plastikmarken versehene Jungtiere im Norden Brandenburgs in den Fluss entlassen. Damit kehren nach mehr als vierzig Jahren wieder Exemplare des Nordseestörs in das deutsche Einzugsgebiet der Nordsee zurück.



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