Weniger Aufwand für einen guten Tropfen
27. August 2008 19:00
Umweltbewusste Weinfreunde greifen gerne zu Ökoprodukten. Nicht ganz zu Unrecht, haben italienische und amerikanische Forscherinnen ermittelt. In dem von ihnen studierten Fall war der Ressourcenaufwand für eine Flasche Ökowein nur halb so groß wie der für ein herkömmlich produziertes Pendant. Das berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Foto: Anka Lazarova / Dreamstime.com
Ein gewichtiger Teil dieses Unterschieds erklärt sich durch die Verwendung von Flaschen aus Recyclingglas und den geringen Maschineneinsatz im Falle des Ökoweins, ermittelten Valentina Niccolucci von der Universität Siena und ihre Kolleginnen. Dieses Resultat belege, wie wertvoll eine systematische Analyse für das Erkennen von Möglichkeiten zur Verringerung des Ressourcenaufwands sei.
Von artgerechter Tierhaltung über geringeren Pestizideinsatz bis hin zum Ausstoß von Treibhausgasen - die Gründe, warum Kunden zu Ökoprodukten greifen, sind unterschiedlich. Niccolucci und Kolleginnen studierten nun den Ressourcenaufwand auf zwei höchst unterschiedlichen Weingütern in der Toskana. Während der eine Betrieb konventionell arbeitet, setzt der andere weitestgehend auf Handarbeit, natürlichen Dünger und biologische Schädlingsbekämpfung.
Die Forscherinnen betrachteten die gesamte Kette vom Anbau der Reben über das Keltern des Weins bis hin zur Abfüllung und Auslieferung. Im konventionellen Fall erfordert eine Flasche Wein einen Ressourcenaufwand, wie er umgerechnet der Produktivität von 14,0 Quadratmetern Land entspricht. Im Falle des Ökoweins beträgt die Größe dieses “ökologischen Fußabdrucks” dagegen nur 7,2 Quadratmeter, berichtet die Gruppe im Fachblatt “Agriculture, Ecosystems & Environment”.
Forschung: Valentina Niccolucci, Alessandro Galli und Nadia Marchettini, Dipartimento di Scienze e Tecnologie Chimiche e dei Biosistemi, Università degli Studi di Siena, und Global Footprint Network, Oakland, Kalifornien; und andere
Veröffentlichung Agriculture, Ecosystems & Environment, Vol. 128(3), pp 162-6, DOI 10.1016/j.agee.2008.05.015
WWW:
New Scientist
Scienze e Tecnologie Chimiche e dei Biosistemi, Università di Siena
Global Footprint Network
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