Ungebremste Jagd auf Elefanten
Freitag, 1. August 2008, 13:17 • Rubrik Natur- und Umweltschutz, Tierwelt.
Die Lage des Afrikanischen Elefanten ist bedrohlicher denn je zuvor, warnt eine internationale Expertengruppe. Von derzeit nicht einmal 470.000 Tieren in freier Wildbahn würden jährlich 8 Prozent von Wilderern getötet, um an ihr Elfenbein zu gelangen. Bis zum Jahr 2020 könnten daher die größeren wildlebenden Elefantengruppen Afrikas verschwunden sein.
Die Wilderei lässt sich leichter bekämpfen als der gut organisierte illegale Handel mit Elfenbein. Foto: William Clark.
“Wenn diese Entwicklung anhält, wird es Elefanten bald nur noch in umzäunten und mit großem Aufwand geschützten Gebieten geben”, befürchtet Samuel Wasser von der University of Washington. Die Todesrate liege heute sogar noch etwas höher als vor dem weltweiten Handelsverbot für Elfenbein im Jahr 1989. Damals habe es noch mehr als 1 Million Tiere gegeben.
Wasser und seine Kollegen stellen die dramatische Lage des Afrikanischen Elefanten im Fachblatt “Conversation Biology” dar. Heute wie vor 20 Jahren ist demnach der Elfenbeinhandel der Hauptgrund für das Verschwinden der für Ökologie und Tourismus so bedeutsamen Art. Befeuert wird der Handel wiederum durch eine enorme Nachfrage in Japan, China und auch in den Vereinigten Staaten. Der wichtige Unterschied zu damals liege jedoch im öffentlichen Bewusstsein für das Problem, so die Forscher.
Der öffentliche Druck in den Industrienationen sei Ende der 80er-Jahre ein wichtiger Faktor für den Beschluss über das Handelsverbot und die Finanzierung umfassender Schutzmaßnahmen gewesen. Diese Bemühungen hätten rasch Erfolg gezeigt, zwischenzeitlich habe es sogar Berichte über einzelne umzäunte Gebiete mit einem zu hohen Bestand gegeben. Als Folge habe das öffentliche Interesse am Schutz der Elefanten rasch nachgelassen – und ebenso rasch auch die finanzielle Unterstützung des Schutzes und die Verfolgung des illegalen Handels durch die reichen Länder.
Forschung: Samuel K. Wasser und Celia Mailand, Center for Conservation Biology, Department of Biology, University of Washington, Seattle; William Clark, Interpol Working Group on Wildlife Crime und Israel Nature and Parks Authority, Jerusalem; und andere
Veröffentlichung Conservation Biology, August 2008; Proceedings of the National Academy of Sciences, Vol. 104(10), pp 4228-33, DOI 10.1073/pnas.0609714104
WWW:
Center for Conservation Biology, University of Washington
African Elephants
Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES)
Illegal Wildlife and Ivory Trade on the Internet
Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Bienensummen verscheucht Elefanten
Illegaler Elfenbein-Handel blüht in Westafrika
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