Posted in: Natur- und Umweltschutz, Tierwelt 29. Juli 2008 12:52 Weiter lesen →

Jüngste Primatengattung vom Aussterben bedroht

Zwei Affen mit bräunlichem Fell und langen Schwänzen in einer Baumkrone Eine erst kürzlich entdeckte Affenart steht am Rand des Aussterbens. Zu diesem Schluss kommen Naturschützer nach der ersten Bestandserhebung. Von dem Kipunji-Affen gibt es demnach nur etwa 1.100 Individuen, die in zwei kleinen Gebieten im Süden Tansanias leben.

Foto: Tim Davenport/Wildlife Conservation Society

Eine der beiden Populationen ist mit etwa 75 Tieren bereits so klein, dass sie sich ohnehin wohl nicht mehr lange halten kann, schreiben Tim Davenport von der Wildlife Conservation Society und seine Kollegen im Fachblatt „Oryx“. Durch Wilderei und die Fragmentierung des Lebensraums sei aber auch die Lage der anderen Gruppe derart prekär, dass die Art als vom Aussterben bedroht einzustufen sei.

Der Kipunji (Rungwecebus kipunji) war erstmals im Jahr 2005 wissenschaftlich beschrieben und später auf Basis von DNA-Analysen als Vertreter einer neuen Gattung eingestuft worden – gut 80 Jahre nach der letzten Entdeckung einer neuen Primatengattung. Bis zu 90 Zentimeter groß und mit einem ebenso langen Schwanz ausgestattet, leben die bräunlich gefärbten Affen in zwei bergigen Regionen Tansanias.

Davenport und Kollegen gingen die Gebiete nun systematisch ab und notierten penibelst, wo und wann sie Kipunjis sichteten. Anhand dieser Daten schätzen sie, dass die Tiere Gruppen mit bis zu 39 Mitgliedern bilden, die sich auf Flächen von 1.079 bzw. 199 Hektar verteilen. Selbst auf der größeren Fläche sind einzelne Gruppen bereits auf kleinen Wald-Inseln gefangen, die durch illegalen Holzeinschlag oder Rodung vom übrigen Wald abgeschnitten worden sind.

Das Schicksal des Kipunji hänge an einem Faden, wie er dünner nicht sein könne, betont Davenport. „Solange noch Zeit ist, müssen wir alles in unserer Macht stehende tun, um diese extrem seltene und kaum erforschte Art zu bewahren.“ Zu den geeigneten Schutzmaßnahmen zählten etwa die Wiederaufforstung des Gebiets. Zudem müsse man die Bevölkerung vor Ort für den Schutz des Kipunji gewinnen.

Forschung: Tim R.B. Davenport, Daniela W. De Luca, Wildlife Conservation Society, Mbeya; Amani Kitegile, Udzungwa Ecological Monitoring Centre, Mang’ula; und andere

Veröffentlichung Oryx, Vol. 42, pp 352-9, DOI 10.1017/S0030605308000422

WWW:
Wildlife Conservation Society
Kipunji
IUCN Red List of Threatened Species
Tanzanian monkey goes up a notch

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Alte Berge, alte Arten


Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (1 Bewertungen, im Schnitt 5,00 von 5)
Loading...

Drucken Drucken


Die Kommentare sind geschlossen.