Sauberere Luft, mehr Sonne
2. Juli 2008 20:01 Drucken
In den letzten Jahrzehnten sind die Temperaturen in Europa stärker gestiegen, als aufgrund der Ansammlung von Treibhausgasen erwartet worden war. Die Erklärung für dieses Phänomen liegt in Umweltschutzmaßnahmen, lässt eine Studie Schweizer Atmosphärenforscher vermuten. Schwebeteilchen in der Luft blocken demnach überraschend viel Sonnenlicht ab, berichtet das Magazin “New Scientist” in seiner neuen Ausgabe.
Foto: NASA Johnson Space Center – Earth Sciences and Image Analysis
Seit 1980 sei die mittlere Lufttemperatur in Europa um 1 Grad Celsius gestiegen, erläutern die Forscher um Christian Ruckstuhl von der ETH Zürich. Parallel zu diesem Temperaturanstieg registrierten sie einen Rückgang der Aerosol-Konzentration um bis zu 60 Prozent und – als Konsequenz – einen Anstieg der Sonneneinstrahlung.
Ruckstuhl und Kollegen aus der Schweiz und Deutschland analysierten die Daten von Messstationen, an denen regelmäßig die Durchsichtigkeit oder “optische Dicke” der Atmosphäre sowie die Sonneneinstrahlung ermittelt wird.
Bemerkenswerterweise schien der Effekt überwiegend auf die Lichtstreuung an den Schwebeteilchen zurückzugehen und weniger auf ihre Wirkung als Wolkenkeime, schreiben die Forscher im Fachblatt “Geophysical Research Letters”. Direkte und indirekte Wirkung zusammengefasst, dürfte der Rückgang der Aerosole für etwa die Hälfte des beobachteten Temperaturanstiegs verantwortlich zeichnen, schätzen sie.
Forschung: Christian Ruckstuhl und Atsumo Ohmura, Institut für Atmosphäre und Klima, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich; Klaus Behrens, Meteorologisches Observatorium Lindenberg, Deutscher Wetterdienst; Rolf Philipona, Aerologische Station Payerne, Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie MeteoSchweiz; und andere
Veröffentlichung Geophysical Research Letters, Vol. 35, L12708, DOI 10.1029/2008GL034228, 2008
WWW:
Institut für Atmosphäre und Klima, ETH Zürich
Intergovernmental Panel on Climate Change
- Human Activities and Climate Change
Aerosole
New Scientist
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