Gehaltvoller Blütenstaub für dicke Brummer

6. Mai 2008 09:49 Drucken

Foto zeigt eine von kleinen gelblichen Pollenkörnern bedeckte Hummel auf einer Blüte Blütenstaub dient nicht allein der Fortpflanzung, sondern auch als Belohnung für Bestäuber. Diese Funktion spiegelt sich in seinem Nährwert wider, haben britische und französische Biologen ermittelt. Wird eine Blütenpflanze ausschließlich von Insekten bestäubt, produziert sie deutlich gehaltvolleren Pollen.

Neben Nektar ist Pollen eine wichtige Ressource für Insekten. Foto: KirinX, Wikipedia

Solche Blüten werden wiederum von Hummeln besonders gerne besucht, ermittelten Michael Hanley von der Universität Plymouth und seine Kollegen. Die Insekten lernten sehr rasch, wo sich ein Besuch lohne. “Wie genau sie den Unterschied erkennen können, ist aber noch Gegenstand der Diskussion”, erklärt der Forscher. “Vielleicht richten sie sich nach flüchtigen Inhaltsstoffen.”

Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass die Zusammensetzung des Blütennektars mitunter erstaunlich gut an die Ansprüche der Bestäuber angepasst ist. Hanley und Kollegen analysierten nun den Pollen von 23 Pflanzen in einer weitläufigen Kalksteinebene im Süden Englands. Zehn dieser Pflanzen können sich selbst bestäuben, während die übrigen dreizehn auf Insekten als Bestäuber angewiesen sind. Der Pollen der zweiten Gruppe hat einen rund zwei Drittel höheren Proteingehalt als der Pollen der ersten, berichten die Forscher im Fachblatt “Functional Ecology”.

Die Konzentration auf eine bestimmte Bestäubergruppe ermögliche eine besonders effiziente Pollenübertragung, so Hanley weiter. “Diese enge Beziehung ist allerdings nicht ohne Risiko, denn wenn die Bestäuber ausbleiben, können sich die Pflanzen möglicherweise nicht mehr vermehren.” Ähnliche Gefahren beständen aus Sicht der Hummeln. Und möglicherweise liege hier eine Erklärung für den dramatischen Bestandesrückgang einzelner Hummelarten, wie er vielerorts auf Wiesen bzw. Trockenrasen beobachtet werde.

Forschung: Michael E. Hanley und Miguel Franco, School of Biological Sciences, University of Plymouth; David Goulson, School of Biological and Environmental Sciences, University of Stirling; und andere

Online-Veröffentlichung Functional Ecology, 6. Mai 2008, DOI 10.1111/j.1365-2435.2008.01415.x

WWW:
Terrestrial Ecology Research Group, University of Plymouth
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