Seefrosch bedroht Wasserfrosch

30. November 2007 07:00 Drucken

Osteuropäischer Seefrosch Einheimische europäische Wasserfrösche könnten durch eingewanderte oder importierte Seefrösche verdrängt werden. Das befürchten französische und deutsche Wissenschaftler, die Frösche in Frankreich und Nord-Spanien untersucht haben.

Der ursprünglich nur in Osteuropa vorkommende Seefrosch (Rana ridibunda) ist heue von Zentralasien bis nach Frankreich und Spanien anzutreffen. Foto: Dirk Schmeller/UFZ

Einheimische Wasserfrösche seien dem osteuropäischen Seefrosch unterlegen, weil dieser länger lebe und schneller wachse, schreiben die Forscher im Fachblatt “Comptes Rendus Biologies”. Zudem würden die Seefroschweibchen mehr Nachkommen produzieren als ihre Konkurrenten.

Der Siegeszug des Seefrosches in Westeuropa begann mit der Einführung lebender Exemplare, die für Gourmet-Restaurants gezüchtet werden sollten. Das Einschleppen invasiver Arten durch den Menschen gilt neben dem Klimawandel als eine der Hauptbedrohungen für die Artenvielfalt der Erde.

Inzwischen habe sich die Frosch-Fauna entlang von grösseren Flussauen in Frankreich und Spanien deutlich zu Gunsten der neuen Froschart verändert, sagen die Forscher. Sie untersuchten über 700 Wasserfrösche an 22 Orten im Einzugsgebiet der Rhone in Frankreich und an 4 Orten im Einzugsgebiet des Ebro in Spanien. “Wir mussten feststellen, dass der zugewanderte Seefrosch besonders in sauerstoffreichem und salzarmen Frischwasser ein hohes Konkurrenzpotential hat. Unter diesen Bedingungen haben die einheimischen Frösche kaum eine Chance”, sagt Dirk Schmeller vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ).

Es komme auch zu Paarungen des Seefrosches mit Wasserfröschen, wobei durch eine spezielle Fortpflanzung – die Hybridogenese -, die es in dieser Form nur bei Wasserfröschen gebe, Seefrosch-Nachkommen produziert würden. Alles das könne zum Aussterben der einheimischen Wasserfroscharten führen, meinen die Forscher. Sie empfehlen, die Ausbreitung des Seefrosches genau zu beobachten.

Forschung: Dirk Schmeller, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, Alain Pagano, Sandrine Plenet, Michael Veith, in “Comptes Rendus Biologies” 330: 684-690, doi:10.1016/j.crvi.2007.04.005

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Abstract
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Seefrosch (Rana ridibunda)

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