Arktischer Samenbunker wird herabgekühlt

16. November 2007 14:24 Drucken

Zeichnung zeigt die nächtliche Ansicht eines Tunnelausgangs, aus dem warmes Licht dringt; vor dem Ausgang stehen zwei Menschen auf einer Straße, die im weiten Bogen den Berg hinabführtDie Samenbank auf dem arktischen Svalbard-Archipel steht kurz vor ihrer Vollendung. Die Betreiber haben nun damit begonnen, die tief in einen Berg gehauene Höhle auf minus 18 Grad Celsius abzukühlen. Ab Februar nächsten Jahres sollen Samen von bedeutenden Kulturpflanzen in der Anlage verwahrt werden, um notfalls darauf zurückgreifen zu können.

Die bunkerartige Anlage ist in einen Berg auf der Insel Spitzbergen gehauen worden. Grafik: Global Crop Diversity Trust

“Es ist äußerst befriedigend zu sehen, wie sich diese Schatzkammer von einem kühnen Plan zu einer imposanten Anlage entwickelt hat, in der die biologische Vielfalt der Feldfrüchte sicher aufgehoben ist”, so der norwegische Landwirtschaftsminister Terje Riis-Johansen. Norwegen baut und betreibt die Anlage auf der Insel Spitzbergen in Zusammenarbeit mit dem Global Crop Diversity Trust, einer unter anderem von den Vereinten Nationen getragenen Stiftung.

Den Anstoß zur Planung des “Svalbard Global Seed Vault” gab die schwindende Sortenvielfalt landwirtschaftlich genutzter Pflanzen. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von der Zerstörung natürlicher Lebensgemeinschaften bis hin zum Druck auf Landwirte, nur noch bestimmte Zuchtlinien anzubauen. Abgesehen von ihrer kulturellen Bedeutung, bergen die alten Sorten genetische Information, wie sie unter stark veränderten Umweltbedingungen von Bedeutung sein könnte.

Foto zeigt den beinahe fertiggestellten, aus einem schneebedeckten Berg herausragenden Tunnelausgang; Baugerüste, graublauer Himmel

Gemäß den Plänen der norwegischen Regierung soll der Tunnelausgang nach der Fertigstellung mit blank polierten, in der Sonne glänzenden Metallplatten bedeckt werden. Foto: Mari Tefre, Global Crop Diversity Trust

Gut 120 Meter tief in das Innere eines Berges gehauen, soll die bunkergleiche Anlage Platz für 4,5 Millionen Samenbehälter bieten. Derzeit arbeitet eine 30-Kilowatt-Kühlung daran, den ohnehin frostigen Sandstein auf minus 18 Grad Celsius zu bringen. Sobald dieser Punkt erreicht sei, genüge ein deutlich kleineres Kühlaggregat, um die Temperatur zu halten, erläutert Cary Fowler, Direktor des Global Crop Diversity Trust. “Bei dieser Temperatur können Samen bedeutender Pflanzen wie Weizen, Gerste und Erbse bis zu 1.000 Jahre lang überdauern.”

WWW:
Svalbard Global Seed Vault
Global Crop Diversity Trust
Gefährdung der genetischen Vielfalt
Auf dem Acker schwindet die Sortenvielfalt

Lesen Sie dazu im Scienceticker:
Eine Samenbank für die Ewigkeit

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