Palmöl könnte umweltfreundlicher gewonnen werden
18. September 2007 16:43 Drucken
Seit dem Diesel Biokraftstoffe beigemischt werden müssen, ist die Nachfrage nach Palmöl stark gestiegen. Die Produktion in den wichtigsten Exportländern Malaysia und Indonesien ist allerdings meist alles andere als umweltfreundlich. Braunschweiger Forscher schlagen ein neues Verfahren vor, das die Ökobilanz deutlich verbessert.
Abwasserteich einer indonesischen Palmölmühle. Foto: Frank Schuchardt, FAL
Für das lukrative Geschäft der Palmölgewinnung werden in Indonesien großflächig tropische Urwälder gerodet und Moore umgenutzt. Mit jeder Tonne Palmöl fallen gleichzeitig drei bis vier Kubikmeter hoch belastetes Abwasser an und mehr als 40 Kubikmeter des Treibhausgases Methan. Zudem bleiben in großen Mengen leere Fruchtstände als Abfall übrig.
Die Fruchtstände könnte man gemeinsam mit dem Abwasser kompostieren, schlagen Wissenschaftler der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig vor. Die an der Kompostierung beteiligten Mikroorganismen könnten aus den organischen Reststoffen Wärme erzeugen, durch die das gesamte Wasser verdunstet.
Am Ende entstehe hochwertiger Kompost, so die Forscher, der als Dünger auf die Plantagen zurückgeführt werden könne oder im Gemüsebau Verwendung finde. Werde aus dem Abwasser zuvor noch Biogas gewonnen, amortisiere sich das Kompostierungsverfahren bereits nach 1,5 bis 2,5 Jahren.
Forschung: Frank Schuchardt, Institut für Technologie und Biosystemtechnik, FAL Braunschweig
WWW:
Institut für Technologie und Biosystemtechnik
Lesen Sie außerdem im Scienceticker:
Aus Palmöl-Abwasser lässt sich Methan gewinnen


(1 Bewertungen, im Schnitt 4.00 von 5)


Da die Zerstörung der Urwälder leider extrem schwer “rückgängig” gemacht werden kann (zu denken an die Zigtausenden Pflanzen- und Tierarten, bzw. Mrd. von Individuen, inklusive getöteter Orang Utans etc.), wäre eine solche relative Verbesserung das Allermindeste, was zu fordern – und auch zu fördern – wäre, wenn Importe von Palmöl aus zerstörten Urwäldern überhaupt zu erlauben ist.
Pflanzenöl ist aber tatsächlich ein riesen Geschäft und das wird daher nicht so leicht zu stoppen sein. Nicht nur als Agrotreibstoff, auch in Reinigungsmitteln aller Art, Körperpflegeprodukten und in Lebensmitteln (steckt oft hinter der Angabe des Inhaltsstoffes “Pflanzliche Öle und Fette”).
Diese Methode könnte aber zumindest ein Teil von Mischkultur-Pflanzungen (statt Monokulturen) sein, und außerdem Stickstoffkunstdünger ersetzen, der extrem energieaufwändig herzustellen ist.