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Mikrosensoren überwachen Korallen

4. September 2007

Messungen-an-Korallen Die Einflüsse, denen Korallen ausgesetzt sind, können Forscher jetzt direkt an den Blumentieren messen. Ein entsprechendes Gerät hat eine Max-Planck-Forscherin aus Bremen entwickelt. Ihr so genannter Mikrosensor-Profiler kann direkt vor die Mundöffnung eines Korallenpolypen positioniert werden und sammelt dann kontinuierlich Messdaten. Die neue Technik hat bereits Hinweise zum Korallensterben im australischen Great Barrier Reef geliefert.

Die Forscherin Miriam Weber bei der Installation ihrer Messtechnik.
Foto: Christian Lott, MPI Bremen

Umweltgifte und ansteigende Temperaturen setzen den empfindlichen Korallen zu. Welche Faktoren genau auf die Lebewesen wirken, erfasst Miriam Weber vom Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie in Bremen im Mikrometerbereich um die Korallen herum.

Im australischen Great Barrier Reef konnten in Zusammenarbeit mit dem Australian Institute of Marine Science jetzt die exakten Konzentrationen von Sauerstoff und Schwefelwasserstoff, der pH-Wert und die Lichteinstrahlung gemessen werden. So ließ sich nachweisen, dass durch die intensive Agrarwirtschaft immer mehr Sedimente und Nährstoffe ins Meer kommen und sich auf den Steinkorallen ablagern. Die Polypen ersticken buchstäblich unter der Sedimentschicht – eine bereits vermutete Ursache des Korallensterbens, die nun bewiesen werden konnte. Neueste Daten zeigen laut Weber, dass die Polypen der Korallen vermutlich mit Schwefelwasserstoff sogar vergiftet werden.

Bisher konnten Korallen nicht in ihrer natürlichen Umgebung, sondern nur in Forschungsaquarien studiert werden. Das war mühsam, denn die Korallen sind sehr empfindlich. “Es gab bisher kein Messgerät, mit dem man so genau direkt in der natürlichen Umgebung messen konnte, da musste ich eines selbst entwickeln”, sagt Miriam Weber. Ihre Baupläne sind ab Anfang September öffentlich zugänglich; andere Wissenschaftler sollen das Messgerät nachbauen können.

Forschung: Miriam Weber, Paul Faerber, Volker Meyer, Christian Lott, Gabriele Eickert, Katharina E. Fabricius, Dirk de Beer; in “Environmental Science & Technology” (ES&T) Vol. 41, No. 17, 1.9.2007

WWW:
Abstract in ES&T
Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie

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