Posted in: Natur- und Umweltschutz, Pflanzenschutz 14. August 2007 17:45 Weiter lesen →

Kudzu: Was die „grüne Pest“ gefährlich macht

Kudzu-Pflanzen Die japanische Kletterpflanze Kudzu hat eine Menge gute Seiten. Sie trägt hübsche, duftende Blüten und ist in ihrer Heimat sowohl als Heil- als auch Futterpflanze geschätzt. In den USA entwickelte sie sich dagegen zu einer Plage. Weil sie auf dem nordamerikanischen Kontinent keine natürlichen Feinde hat, verdrängte die schnell wachsende Kudzu auf Millionen Hektar Fläche die ursprüngliche Pflanzenwelt. Jetzt haben Ökologen festgestellt, dass Kudzu auch die Bodenchemie negativ verändert.

Kudzu-Überwucherung in den USA.
Foto: Jack Anthony

Kudzu gehört zu den am schnellsten wachsenden Pflanzen der Welt. 1876 wurde sie als Ziergewächs in die USA eingeführt und noch in den 1930er Jahren bewusst als Mittel gegen die Bodenerosion gepflanzt. Zu spät stellte man fest, dass Kudzu in den USA keine Fressfeinde hat und von anderen Pflanzen nicht in Schach gehalten wird. Mittlerweile trägt Kudzu den Beinamen „the vine that ate the South“ und hat sich im Süden und Osten der USA drei Millionen Hektar Fläche erobert.

Neue schlechte Nachrichten vermelden jetzt Stoney Brook und Manuel Lerdau von der University of Virginia. Zusammen mit Jonathan Hickman von der State University of New York untersuchten sie das Laub der Pflanze und verglichen Bodenproben aus den US-Bundesstaaten Georgia und Maryland. Dabei zeigte sich, dass Kudzu fast doppelt so viel Stickstoff in den Blättern anreichert wie heimische nordamerikanische Pflanzen. Mit dem herbstlichen Laub geht der Stickstoff in den Boden über. Eine Überdüngung ist die Folge, welche Kudzu und andere schnell wachsende Invasoren in den Folgejahren begünstigt.

Kudzu-Pflanzen_2Kudzu-Überwucherung in den USA.
Foto: Jack Anthony

Wird der Stickstoff als Stickstoffmonoxid an die Luft abgegeben, kann er sich mit Sauerstoff zu Stickstoffdioxid verbinden und die Ozonwerte in die Höhe treiben. Wo Kudzu wächst, bildet sich im Vergleich zu anderen begrünten Flächen doppelt so viel Stickstoffmonoxid, berichteten die Forscher jetzt auf einer Tagung der Ecological Society of America in San Jose. „Kudzu ist eine kleine Ozon-Fabrik“, sagte Manuel Lerdau gegenüber dem Magazin „New Scientist“.

Noch wissen die Forscher nicht, wie sie die grüne Plage wirkungsvoll begrenzen könnten. Manuelles Roden hilft gegen ihr explosives Wachstum kaum. Und chemische, pflanzliche oder gar tierische Waffen gegen Kudzu würden auch der heimischen Flora beträchtlichen Schaden zufügen. Nur strenge Winter mit mindestens 80 Frosttagen haben bisher verhindert, dass sich Kudzu auch die westliche Hälfte der USA erobert. In Folge der globalen Erwärmung könnte diese geografische Grenze bald fallen, befürchten die Forscher.

Forschung: Jonathan Hickman, State University of New York; Stony Brook, Manuel Lerdau, Department of Environmental Sciences, University of Virginia, Charlottesville; Präsentation auf der Tagung der Ecological Society of America, San Jose

WWW:
Department of Environmental Sciences, UoV
Ecological Society of America
Mehr über Kudzu bei Wikipedia
Bericht im New Scientist (für Abonnenten)
Fotos: Jack Anthony

Möchten Sie den Beitrag bewerten?
SchlechtLangweiligGut zu wissenInteressantSpannend! (6 Bewertungen, im Schnitt 4,33 von 5)
Loading...

Drucken Drucken


4 Kommentare zu "Kudzu: Was die „grüne Pest“ gefährlich macht"

Trackback | Comments RSS Feed

  1. heraklit sagt:

    Immerhin können sich entzugswillige Raucher Kudzu vor der Haustür pflücken statt überteuerte Kapseln zu kaufen, und die Pflanze hat essbare Knollen.
    Aus allem das Beste machen.

  2. Rosetta sagt:

    Also irgenwas mache ich falsch! Bei mir kommen diese Pflnzen leider nicht, einmal ging ein Samenkorn auf, 4 cm, dann fiel es um, Ende der Vorstellung! Und ich habe optimale Bedingungen, einen verglasten Südbalkon!!!!!
    Wer hat Pflanzen zu verkaufen????????????

  3. BAB sagt:

    Also wenn die Pflanze in Japan in Schach gehalten werden kann, dann muss es auch in den USA funktionieren. In Japan wird die Pflanze kulturell genutzt. Man lässt sie nicht einfach wuchern. Also essen der Kudzupflanze bis sie weg ist. 🙂 Soviel ich weiß hilft die Kudzupflanze das Sahasrara-Chakra (Kronenchakra) zu öffnen und somit Erleuchtung zu erlangen. Eine gute Pflanze, die von Amerikanern wohl nicht genutzt wird. Denn dann hätten sie ganz gewiss nicht G.W.Busch 2xgewählt. :-)) oder überhaupt Leute die den Krieg fördern. Sondern friedliche Leute wie Clinton. Der konnte mit Frauen umgehen:-))) aber auch mit Geld. Denn da ging es Amerika gut. Heute nach den Kriegen geht es ihnen schlecht. Das Geld ist für Kriegsspielzeug draufgegangen und jetzt haben sie Milliarden Schulden die von denen verursacht wurden, die heute gegen die Neuaufnahme von Schulden sind. Mit dem Essen der Kudzupflanze wäre das wahrscheinlich nicht passiert.