Chinas Papierhunger nützt und schadet zugleich

27. Juli 2007 07:00 Drucken

Altpapier-Ballen Die chinesische Papierindustrie bekommt sowohl gute als auch schlechte Noten in einer aktuellen Studie: Zum einen stärkt die steigende Produktion von Zellstoffen den Markt für recyclebare Papierabfälle. Zum anderen kaufen chinesische Produzenten auch im großen Stil Holz, das in bedrohten indonesischen Wäldern geschlagen wurde.

Altpapier: Im globalen Handel mittlerweile ein gefragter Rohstoff.
Foto: Piero Scandolara /Fotolia

Seit 2002 soll China rund 65 Millionen Tonnen Altpapier aufgekauft haben. Zu dieser Schätzung gelangt eine Studie, welche die US-amerikanische Umweltorganisation “Forest Trends” gemeinsam mit australischen Marktforschern erstellt hat. Demnach kauft China etwa 7 Prozent des weltweit gehandelten Altpapiers auf und belebt den internationalen Recyclingmarkt deutlich: Zwischen 2002 und 2006 stieg die Menge importierten Altpapiers von 6,9 auf 19,6 Mio. Tonnen jährlich. Allein im Jahr 2006 hätte das chinesische Recycling über 54 Millionen Tonnen “frischer” Bäume entsprochen, so die Studie.

“Forest Trends” merkt allerdings auch kritisch an, Chinas Papierindustrie kaufe für die Herstellung hochwertiger Papiere jährlich 8 Millionen Tonnen frischer Holzzellstoffe auf dem Weltmarkt. Zwei Drittel dieser Menge stammten aus nachhaltiger europäischer und nordamerikanischer Forstwirtschaft. Das restliche Drittel wird offenbar im Raubbau geschlagen, unter anderem in Indonesien.

Auf Länder wie Indonesien Druck auszuüben, sei wenig sinnvoll, schätzt “Forest Trends”, weil weitere Lieferanten illegaler Ware bereit stünden. Entscheidend sei, dass China seine Marktmacht nutze und ausschließlich nachhaltig erzeugte Rohstoffe einkaufe. Das Land müsse sich verpflichten, seine Papiere nach internationalen Standards wie dem “Forest Stewardship Council” zertifizieren zu lassen.

WWW:
Forest Trends
- Die Studie im PDF-Format
Forest Stewardship Council

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