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Großtrappe wird in Großbritannien heimisch

24. Juli 2007

Grosstrappe Einer der größten flugfähigsten Vögel der Welt ist auch einer der seltensten: die Großtrappe. In Großbritannien galt der ein Meter große und bis zu 20 Kilogramm schwere Vogel seit 1830 als ausgestorben. Vogelkundler versuchen in Zusammenarbeit mit Biologen der University of Bath seit vier Jahren, die Großtrappe wieder in freier Natur anzusiedeln. Jetzt können sie einen Erfolg vermelden: Ausgewilderte Weibchen legten ihre ersten Eier.

Großtrappe an ihrem Nest
Foto: IUCN Bustard Specialist Group

An einen geheim gehaltenen Ort in der südenglischen Grafschaft Wiltshire startete im Jahr 2003 die Wiederansiedlung des Bodenbrüters. Das auf zehn Jahre angelegte Projekt der “Great Bustard Group” hat bereits 60 Großtrappen-Küken ausgebrütet und ausgewildert. Die Eier stammen aus dem südrussischen Saratov. Sie werden nach Angaben der Forscher nur aus Nestern entnommen, die die brütenden Vögeln aufgegeben oder die bei landwirtschaftlichen Arbeiten zerstört wurden.

In Russland lebt mit etwa 10.000 Großtrappen eine der größten Populationen der Welt. Nur in Spanien kann sich der Vogel mit etwa 15.000 Exemplaren noch besser behaupten. Der weltweite Bestand wird auf gerade mal 35.000 bis 38.000 Tiere geschätzt. In Deutschland sind nicht einmal 100 Exemplare bekannt, die in kleinen weitgehend isolierten Gruppen in Sachsen und Brandenburg leben.

In Großbritannien wurde der Vogel bis zur Ausrottung um das Jahr 1830 bejagt. Im Rahmen eines Forschungsprojektes kamen Biologen Ende der 1990er Jahre zu dem Schluß, dass Südengland günstige Bedingungen zur Wiederansiedlung des seltenen Vogels bieten könnte.

Die Grotrappe scheint sich dort tatsächlich wieder etabliert zu haben. Wie Tamas Szekely von der University of Bath berichtet, legten die ersten frei lebenden britischen Großtrappen in diesem Jahr ihre Eier. Die Weibchen sollen ihre Nester für einige Zeit bebrütet und dann aufgegeben haben. Untersuchungen der Biologen ergaben, dass die Eier unbefruchtet waren.

Das sei jedoch kein Rückschlag, betont Szekely: “Junge Männchen können sich erst nach vier bis fünf Jahren fortpflanzen. Daher war die Tatsache, dass die Eier unfruchtbar waren, keine große Überraschung.” Wichtig sei, dass die Tiere ihren Lebensraum angenommen hätten. “Als nächsten wichtigen Schritt erwarten wir die Sichtung der ersten Großtrappen-Küken, und wir sind sehr zuversichtlich, dass dies innerhalb der nächsten zwei Jahre geschehen wird.”

Forschung: Tamas Szekely, Department of Biology & Biochemistry, University of Bath

WWW:
Great Bustard Group
Department of Biology & Biochemistry
Förderverein Großtrappenschutz e.V.

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