Neuer Asphalt macht laute Straßen leiser
7. August 2006
Ein neuer Asphalt kann nervenden und krankmachenden Straßenlärm mindern. In Versuchen auf einem Teil der Bundesstraße 17 in Augsburg sank die Lärmbelastung um rund sieben Dezibel dB(A) gegenüber herkömmlichem Gussasphalt.
Zum Vergleich: Eine Minderung um zehn dB(A) entspricht in etwa einer Halbierung der wahrgenommenen Lautstärke.
Der Lärm werde durch die zweischichtige offenporige Struktur des Asphalts gedämmt, teilt das Umweltbundesamt (UBA) mit. Mit dem neuen Straßenbelag ließe sich das lärmbedingte Gesundheitsrisiko deutlich vermindern und Nachtschlaf sowie Kommunikation verbessern. Lärmarme Asphalte sollten aus Sicht des UBA bald breiter zum Einsatz kommen, denn der Straßenverkehr sei die bedeutendste Lärmquelle im Land.
Bisher bleibt den Anwohnern besonders lauter Straßen in der Regel nur der Einbau von Schallschutzfenstern, um kurzfristig die Situation in Innenräumen zu verbessern. Schallschutzfenster reduzieren zwar den Lärm, müssen aber geschlossen gehalten werden, was die Wohnqualität beeinträchtigt - denn spätestens beim Lüften wird es laut.
Lärmarme Straßenbeläge können laut UBA neuerdings sogar für unterschiedliche Geschwindigkeitsbereiche und Verkehrszusammensetzungen optimiert werden. Der erster Praxis-Test in Augsburg sei bereits mit einem solchen speziell auf die Verkehrssituation abgestimmten Asphalt durchgeführt worden.
Der Lärm von Autos und Motorrädern ist nicht nur lästig, er kann auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen. Das Risiko etwa, einen Herzinfarkt zu erleiden, steigt bei Männern um cirka 30 Prozent, falls sie längere Zeit in Gebieten mit mittleren Schallpegeln über 65 dB(A) am Tage wohnen.
Quelle: Umweltbundesamt (UBA), 03.08.2006
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Der zwölfseitige UBA-Bericht “Lärmwirkungen von Straßenverkehrsgeräuschen - Auswirkungen eines lärmarmen Fahrbahnbelages” steht im Internet zum Download bereit: PDF-Datei


