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Landmaschinen zu schwer für Äcker

26. Juli 2006

Die Qualität deutschen Ackerbodens wird immer schlechter. Fachleute kennen auch eine der Hauptursachen: Die heute eingesetzten oft riesigen Landmaschinen pressen durch ihr Gewicht und die Arbeit der Räder die Bodenteilchen zu eng zusammen. Die Pflanzenwurzeln finden nicht mehr genügend Platz und die Bodenorganismen gedeihen schlechter.

Auch speichert der geschädigte Boden viel weniger Wasser als im gesunden Zustand und leitet weniger ins Grundwasser ab. Das wiederum verstärkt die Erosion und fördert beziehungsweise verstärkt Hochwasserkatastrophen - letzteres bereits in beträchtlichem Ausmaß. Gleichzeitig bedeutet es Wassermangel für die Bevölkerung, weil die Gewässer in Trockenzeiten zu wenig gespeist werden.

In der August-Ausgabe von “Spektrum der Wissenschaft” erläutern drei Bodenkundler diese Entwicklung und deren Auswirkungen auf die Ernteerträge und den weiträumigen Wasserhaushalt: Rienk R. van der Ploeg, der an der Universität Hannover eine Professur inne hatte und kürzlich verstarb, Wilfried Ehlers von der Universität Göttingen und Rainer Horn von der Universität Kiel. Die Forscher legen unter anderem dar, dass ein verdichteter Ackerboden in den feuchten Jahreszeiten für die Pflanzen zu nass ist und im Sommer zu trocken.

Deutlich zeigt sich das gerade jetzt wieder in den neuen Bundesländern: Die dortigen ausgedehnten Felder wurden schon vor Jahren mehr als im Westen mit großen Erntemaschinen traktiert.

Neuere Erntemaschinen haben, wenn sie voll beladen sind, inzwischen doppelt so hohe Achslasten, wie im Straßenverkehr zugelassen ist. Zwar kennen die Konstrukteure das Problem und versuchen ihm unter anderem mit breiteren und größeren Reifen zu begegnen. Doch wie van der Ploeg, Ehlers und Horn darlegen, wird vielfach verkannt, dass sich der Reifendruck dadurch mehr in die Tiefe fortpflanzt. Die obere Bodenschicht lässt sich mit tiefem Pflügen notdürftig wieder lockern, aber einem verdichteten Unterboden ist fast nicht beizukommen. Viele heutige Äcker haben nachweislich unterhalb der Krume eine harte, kaum wasserdurchlässige Schicht. Unter solchen Bedingungen wurzeln Ackerpflanzen kaum halb so tief wie normal.

Seit Jahren fordern die Autoren, wie auch viele ihrer Kollegen, maximale Achslasten wie im Straßenverkehr gesetzlich festzulegen. Weil nasse Äcker besonders schnell leiden, sollte man sie in dem Zustand gar nicht bearbeiten. So ließe sich zumindest verhindern, dass die Bodenqualität immer noch weiter abnimmt. Den wissenschaftlichen Studien zufolge ist schon heute ein großer Teil gerade des besten Ackerlandes deutlich und wohl unwiederbringlich geschädigt.

Van der Ploeg und seine Kollegen plädieren dafür, sich gemäß der Agenda 21 und dem Bundes-Bodenschutzgesetz wieder mehr auch an den ökologischen Funktionen der Agrarflächen zu orientieren. Das Umdenken habe bei vielen Landwirten bereits eingesetzt.

Quelle: Spektrum der Wissenschaft, August 2006

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