Tierwelt
Ein Ex-Wal, ein Ökosystem
Im Leben schon imposant, sind Wale auch nach ihrem Tod für Überraschungen gut. Englische Forscher haben in der antarktischen Tiefsee den mehr als 10 Meter langen Kadaver eines Zwergwals entdeckt. Ihre Videoaufnahmen und Proben zeigen, dass der bis auf die Knochen zersetzte Körper von mindestens 30 Tierarten bewohnt wird – darunter 9 bislang unbekannte Spezies.
Singvogel keilt aus
Auch ein kleiner Singvogel kann handgreiflich werden – zumindest im übertragenen Sinne, haben argentinische und englische Forscherinnen beobachtet. Findet der Stärling fremde Eier in seinem Nest vor, so befördert er diese mit Fußtritten in die Umgebung. Auf diese Weise kann er sich großer und robuster Eier entledigen, die er mit dem Schnabel nicht zu fassen vermag.
Aufgeputschte Fische
Medikamente können nicht nur im Menschen, sondern etwas später auch in der Umwelt eine Wirkung entfalten. Das demonstrieren Experimente, die schwedische Forscher mit Flussbarschen angestellt haben. Psychopharmaka in Konzentrationen, wie sie regelmäßig flussabwärts von Kläranlagen gemessen werden, verändern das Verhalten der Fische demnach merklich: Die Tiere werden aktiver und weniger gesellig und fressen im Gegenzug schneller.
Fledermaus wechselt die Perspektive
Fledermäuse besitzen nicht nur ein leistungsfähiges Sonarsystem, sie wissen es auch geschickt zu nutzen. Entsprechende Belege liefern Versuche, die Ulmer Biologinnen in Panama durchgeführt haben. Die von ihnen studierte Fledermaus tastet ein mögliches Ziel systematisch aus verschiedenen Richtungen mit ihren Sonarlauten ab. Auf diese Weise kann sie einen Leckerbissen selbst dann erkennen, wenn dieser völlig regungslos in der Vegetation kauert.
Umweltschutz
Korallenschwund im Großen Barriereriff
Eines der größten und prächtigsten Korallenriffe der Erde, das Große Barriereriff vor Australien, hat in den letzten Jahrzehnten die Hälfte seiner Korallen verloren. Diese Fazit ziehen australische Meeresbiologen nach der Auswertung von mehreren Tausend Einzelerhebungen. Seit Mitte der 80er-Jahre ist der Anteil der von Korallen bewachsenen Fläche demnach von 28 auf knapp 14 Prozent gesunken.
Nanopartikel sollen Schiffslacke umweltverträglicher machen
Spezielle Nanopartikel in Schutzlacken könnten Schiffsrümpfe vor Bewuchs schützen und gleichzeitig die Umwelt weniger belasten als herkömmliche Anstriche. Mainzer Forscher setzen dafür auf Vanadiumpentoxid, das sich gut in Lacke einbinden lässt und im Meerwasser nur gering löslich sein soll.
Barcode verrät neue Reptilien-Spezies
Viele Tier- und Pflanzenarten sind rein äußerlich kaum von ihren Verwandten zu unterscheiden. Als Folge kann die Artenvielfalt eines Gebiets massiv unterschätzt werden, haben belgische und deutsche Zoologen am Beispiel der Reptilien Madagaskars zeigen können. Anhand ihrer genetischen Analysen schätzen sie, dass auf sechs beschriebene Spezies mindestens eine unerkannte kommt.
Fauna im Schnapsglas
Wie es um die Fauna in einem Gewässer steht, lässt sich an einer kleinen Wasserprobe ablesen. Entsprechende Versuche haben dänische Forscher durchgeführt. Die in der Probe enthaltenen DNA-Spuren verraten demnach nicht nur, welche Tierarten in einem See oder Bach vorkommen, sondern ermöglichen auch eine Schätzung der Bestandsdichte.
Klimawandel
Grönlandeis lässt Meeresspiegel um bis zu 8 cm steigen
Das grönländische Eis wird jährlich weniger und fließt über Eisströme schneller ab. So gelangt mehr Eismasse ins Meer, wodurch sich der Meeresspiegel erhöht. Der Anstieg dürfte aber nach neuen Berechnungen geringer ausfallen, als frühere Schätzungen vermuten ließen. Europäische Wissenschaftler gehen jetzt von einem Anstieg der Meeresspiegel um vier bis acht Zentimeter bis zum Jahr 2100 aus.
Verdunstung ist Pflanzensache
Die Vegetation spielt eine wichtigere Rolle im irdischen Wasserkreislauf als bislang angenommen. Zu diesem Schluss kommen amerikanische und kanadische Forscher im Magazin „Nature“. Mehr als 60 Prozent des über den Kontinenten fallenden Niederschlags werden demnach auf dem Umweg durch Pflanzen wieder an die Atmosphäre abgegeben, weniger als 10 Prozent verdunsten direkt.
Vulkane verschleiern Erderwärmung
Zahlreiche Vulkanausbrüche haben die Erderwärmung im letzten Jahrzehnt gebremst. Entsprechende Resultate liefern aufwendige Modellrechnungen amerikanischer Forscher. Eine Zunahme feiner, das Sonnenlicht reflektierender Schwebeteilchen in der oberen Atmosphäre ist demnach vorwiegend auf den Schwefeldioxidausstoß von Vulkanen zurückzuführen und weniger auf industrielle Emissionen.
Permafrost am Tau-Punkt
Rund ein Viertel des Bodens auf der Nordhalbkugel der Erde ist permanent gefroren. Im Zuge der Klimaerwärmung könnte er jedoch großflächig tauen, vermutet eine internationale Forschergruppe nach Untersuchungen in sibirischen Höhlen. In diese Höhlen sickerte demnach immer dann flüssiges Wasser, wenn die globale Durchschnittstemperatur langfristig um 1,5 Grad Celsius über dem heutigen Niveau lag.
Meeresforschung
Algen sammeln für Korallen
Das Zusammenleben mit einzelligen Algen bringt für Korallen mehr Vorteile mit sich als vermutet. Schweizer Forscher haben entdeckt, dass die Algen ihre tierischen Wirte nicht nur mit Zuckern versorgen. In Zeiten überreichlichen Nährstoffangebots fungieren sie auch als Puffer, der Stickstoff in kristalliner Form einlagert und allmählich an die Koralle abgibt.
Ein Ex-Wal, ein Ökosystem
Im Leben schon imposant, sind Wale auch nach ihrem Tod für Überraschungen gut. Englische Forscher haben in der antarktischen Tiefsee den mehr als 10 Meter langen Kadaver eines Zwergwals entdeckt. Ihre Videoaufnahmen und Proben zeigen, dass der bis auf die Knochen zersetzte Körper von mindestens 30 Tierarten bewohnt wird – darunter 9 bislang unbekannte Spezies.
Quecksilber-Archiv in Seegras
Einträge von Quecksilber in die Umwelt sind kein neuzeitliches Phänomen. Das demonstriert Jahrtausende altes Material, das spanische Forscher aus Seegraswiesen im Mittelmeer geborgen haben. Schon vor etwa 2.500 Jahren gelangte über Flüsse und Atmosphäre demnach vermehrt Quecksilber ins Meer – vermutlich eine Folge intensivierten Bergbaus auf der iberischen Halbinsel.
Isländischer Vulkan-Dünger
Im Jahr 2010 brachte die Ausbruchserie des isländischen Vulkans Eyjafjallajökull nicht nur die Flugpläne in Nord- und Mitteleuropa durcheinander. Eine internationale Forschergruppe hat ermittelt, dass die Vulkanasche im Nordatlantik wie ein Dünger gewirkt haben dürfte. Indem die Asche ins Meer gelangte, ließ sie demnach die Konzentration des Eisens als wichtigem Nährstoff für Algen steigen.


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